Pudel's Farben: Schwarz - Blau - Grau - Silber -  Weiss Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Zuerst einmal, die Farbe Silber zu züchten ist die schwierigste Aufgabe in der Pudelzucht.

Hinzu kommt, dass die Entscheidungsträger in den Rasseclubs und auch Richter/innen besser wissen sollten, wie die Farbe von der Genetik her zustande kommt, und wie die Aufsilberungsprozesse tatsächlich verlaufen. Auch dass dabei z. B. die Hormone eine sehr grosse Rolle spielen. Meine Hündinnen werden nach jeder Läufigkeit dunkler und nach jeder Geburt schwarz. Und müssen immer wieder aufs Neue aufsilbern. So kommt es z. B. dass Hinja heute mit 5 Jahren dunkler ist als mit 1.5 Jahren! Wenn ein Rüde kastriert wird, verändert sich auch seine Farbe auch (wird dunkler). Auch die Ernährung spielt eine Rolle. So silbern z. B. Hunde mit einem Zinkmangel schneller auf und Pudel, welche mit Frischfleisch ernährt werden, silbern langsamer auf. Aber selbstverständlich sind fürs Aufsilbern hauptsächlich die Gene verantwortlich!

Wir Menschen ergrauen oft bei den Schläfen und an der Stirn früher als beim Rest des Hauptes. Bei den Pudeln sind die Stellen, welche zuerst ergrauen:

  • die Innenseite der Ohren
  • die Unterseite der Pfoten
  • der Fang
  • von den Pfoten her aufsteigend

Das führt selbstverständlich dazu, dass ein Pudel, in der Übergangszeit nicht einheitlich silbern ist. Diese Übergangszeit kann bis zu 6 Jahren dauern. Es führt aber auch dazu, dass Pudel mit längeren Haaren uneinheitlich erscheinen, wenn man sie runter schert, ein einheitliches Silber hervor kommt.

Es gibt ein weiteres Phänomen. Wenn das Silberhaar geschnitten ist, dann versucht die Natur die Schnittstelle zu schliessen. Das Haar wird von der Schnittstelle her schwarz, und dieses Schwarz kann sich auch ausdehnen. Deshalb sollten sehr helle Silberlinge ein paar Tage vor der Ausstellung geschoren werden, die dunkleren jedoch gut aufwachsen lassen und dann so kurzfristig wie möglich vor der Ausstellung, also am Tag davor erst scheren.

Auch berücksichtigen muss man, dass der Versilberungsprozess auf mindestens 2 Gen-Paaren beruht. Die V-Allele bestimmen den Aufsilberungsprozess, die G-Allele den Vergrauungsprozess. Bei uns Menschen gibt es nur den Aufsilberungsprozess, bei dem das Haar von der Kopfhaut bis zum Ende silbern oder grau oder bei blonden Menschen manchmal gelb-grau wird. Die Haare, welche vergrauen, haben Farbwechsel (ähnlich wie Jahrringe) drin und zeigen den Zyklus, die Jahreszeit, und Ereignisse an. Siehe Bilder weiter unten.

Für viele Menschen schwer verständlich ist, dass alle helleren Farben entweder auf Schwarz (BB oder Bb) oder Braun (bb) zurück gehen. Die Pudel tragen also immer eines der Genpaare als Basis und werden dann durch andere Genpaare "genauer definiert". Ein Silberner ist also ein vergrauter Schwarzer. Ein Silberbeiger ist ein vergrauter Brauner. Ein Weisser ist aber auch ein (auf andere Art) "aufgehellter" oder besser "nicht zustande gekommener" Schwarzer oder Brauner. Da kommt ein zusätzliches Genpaar (ee) hinzu und sorgt dafür, dass Schwarz oder Braun nicht ausgestaltet werden können. Das Gleiche gilt bei Lemon, Apricot und Rot (haben auch ee).

Alle Hundis, die einen schwarzen Nasenspiegel haben (auch die schiefergrauen, blauen) gehen auf eine schwarze Grundbasis (BB oder Bb) zurück. Alle Hundis mit lederfarbenen Nase hingegen auf Braun (bb). Ein Aprikotpudel mit einer schwarzen Nase hat also als Basis BB oder Bb. Unerwünscht bb, also braune Nase. Nur der braune Pudel darf eine braune (lederfarbene) Nase haben. Es gibt bei den Pudel noch ein Phänomen, dass manche Weissen oder Apricots eine schwarze Nase haben, obwohl sie bb getestet sind. Das kann man zurzeit noch nicht erklären.

Zuerst muss man voraus schicken, dass in den USA und in England alle einfarbigen Pudel, also viel mehr Farben Schwarz, Blau, Grau, Silber, Platin, Silberbeige, Braun, Cafe au Lait, Rot, Apricot, Cream, Weiss) als hierzulande, zugelassen sind. Das heisst auch, dass mit Importen und bei Deckungen in diesen Ländern durchaus "Genmaterial" für bei uns nicht zugelassene Farben zu uns kommen können. Das kann dann bei uns sogenannte "Fehlfarben" geben. Auch durch Mutationen können fallweise andere Farben auftauchen, das ist jedoch seltener.

Mit den Mehrfarbenpudeln (Black and Than, Black and Silver, Harlekin) ist es etwas ganz Anders. Ursprünglich waren die ja Pudel oft mehrfarbig. In den letzten Jahrhunderten galt es als chic, einen einfarbigen Pudel zu haben. So wurden diese Gene "hinausgezüchtet". Wenn man sie wieder in der Zucht haben will, gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder man wartet auf eine Mutation (kann lange dauern, und dann ist Inzucht unumgänglich, aber es kommt immer wieder mal spontan vor) oder man wählt den schnelleren Weg und kreuzt eine Rasse mit einem solchen Gen ein (z. B. Wasserhund, Afghane, Dobermann ... beim Harlekinpudel nimmt man an, dass es der Foxterrier und der gescheckte Spaniel waren). Dieses Verfahren nennt man Outcrossing. Dann beginnt man das Rückzüchtungsprogramm, welches über mindestens 7-10 Generationen geht. Man hat das Ziel, wieder einen reinrassigen Pudel zu bekommen, einfach mit dem entsprechenden zusätzlichen Farbgen. Das hat mit den Designerdogs (Bastardzucht) überhaupt nichts zu tun, sondern ist ein aufwändiges Zuchtprogramm und sollte mit den BESTEN Tieren und OHNE finanziellen Anreize geschehen (was natürlich nicht immer so ist).

Eine Einkreuzung einer fremden Rasse wird manchmal auch aus anderen zuchttechnischen Gründen praktiziert. Z. B. wenn eine Rasse einen zu kleinen Genpool hat und der Inzuchtskoeffizient zu gross wird, dann nimmt man als "Gesundungsprogramm" der Rasse eine andere, möglichst ähnliche (möglichst verwandte Rasse, beim Cao wäre das z. B. der Perro oder der Pudel) zur Paarung und beginnt das SYSTEMATISCHE Rückzüchtungsprogramm. Das ist auch möglich, wenn eine Rasse durch "Überzüchtung" zu viele gesundheitliche Probleme hat, und diese nicht auf dem Weg von Zuchtauslese gelöst werden können.

Wenn diese Mehrfarbenpudel nicht anerkannt werden, wird immer argumentiert, dass sie keine reinrassigen Pudel seien. Genetisch gesehen sind sind uneinheitlich. Es gibt Mehrfarbenpudel mit einem hohen Pudelgen-Anteil (rassenrein) und solche, die zu viele Fremdgene in sich tragen. Es kommt darauf an wie seriös gezüchtet wurde, und zwar über Generationen. Sinnvoll wäre, für eine Zuchtzulassung einen Gentest vorzuschreiben und einen %-Satz (z. B. 95%) zu bestimmen, bei denen die Gene mit denen eines reinrassigen Pudels übereinstimmen müssen. Das wäre eine Bereicherung für die Pudelzucht. Würde auch vor allem der Dissidenz (Zucht ohne Auflagen und Kontrollen, ohne vorgeschriebene Wesens- und Gesundheitstests, ohne Selektion gemäss Standard) entgegen wirken. Es gibt nämlich genug seriöse Züchter von Mehrfarbenpudeln, die sich gerne der FCI oder SKG anschliessen würden.

Zurück zu den Farben meiner Pudel. Ich habe eine Silberzucht. Dazu gehören auch die Grauen (dunkleres Silber). Aus einer Verpaarung von Silber x Silber können nebst Silberlingen (hellere Silberne und dunklere Graue) auch Schwarze oder unechte Blues (sehr dunkle Graue) oder Diluti-Blues (schiefergrau von Geburt an) und manchmal Weisse kommen. Es kommt darauf an, welche Gene im Hintergrund (rezessive Gene) vererbt werden. Je nach Gen-Kombination können andere Farben auftreten.

Es ist mittlerweile erlaubt, Silber mit Weiss zu kreuzen. Das ist extrem wichtig, um die Zuchtbasis zu erweitern. Wir haben das Problem bei den Silberlingen, dass wir in Europa einen extrem kleinen Gen-Pool haben. Es wäre auch äusserst wichtig, dass Schwarze, Bad-Blacks und diese unechten Blues der Silberzucht zur Verfügung stünden. Die Silberzucht kann ohne Erweiterung des Genpools kaum gesund überleben.

Wenn wir in Europa Weiss mit Silber kreuzen, kann es passieren, dass es nur unechte Blues (besser wäre der Begriff "Smokey" oder "Bad Blacks") gibt, weil ja der Silberling ein schwarzer Pudel ist, der aufgegraut hat und Schwarz dominant über Weiss ist.

In den Staaten und im Rest der Welt jedoch gibt es bei gleicher Kreuzung tatsächlich Silberne. Weshalb? Weil andernorts systematisch, d. h. z. T. alle 3-4 Generationen Silberne in die Weisszucht genommen werden (u. a. zwecks Aufbesserung des Pigmentes) und in Europa lange die Idee der Reinzucht der Farben herrschte. So haben amerikanisch gezogene weisse Pudel oft noch Silbergene im Genpäckli drin, die dann aktiv werden. Die europäisch gezogenen Weissen jedoch kaum. Noch mehr verloren gingen diese Silbergene als begonnen wurde, Schwarz und Weiss zu kreuzen.

Die Konsequenz für Silberzüchter ist, einen weissen Rüden mit silbernen Vorfahren (mindestens einseitig) einzusetzen. Dann ist zumindest zu erwarten, dass es Silberlinge dabei hat im Wurf. Sofern die silberne Hündin Weiss-Gene trägt, könnten etwa die Hälfte der Welpen weiss sein. Die andern silbern, blue, evtl. schwarz. Die aus Silber gezogenen Weissen zeichnen sich durch ein super Pigment und ein sehr tolles Wesen aus.

Würden die Kör-Richter/innen diese (unechten) Blues akzeptieren, hätten die Welpen der nächsten Generation ein wunderbares Silber! Das wäre extrem wichtig, um den Genpool breit zu halten. Und ich wünsche mir immer wieder, dass hier endlich ein Umdenken stattt findet.

Der Genpool der silbernen Grosspudel ist nicht so gross, die Auswahl an geeigneten Deckrüden extrem klein. Zudem erhofft man sich für die Silbernen beim Einkreuzen von Weissen eine Verbesserung der Haarqualität (dichteres Haar) und allenfalls ein bisschen mehr Temperament.


Nun ein paar allgemein Bemerkungen

Schwarz ist die Basis aller Farben dieser Gruppe. D. h. Blau, Grau, Silber und Weiss sind immer "Aufhellungen" von Schwarz. Nur die Weissen kommen auch Weiss zur Welt. Die Schwarzen, Grauen und Silbernen werden alle schwarz geboren. Die Schwarzen sollten Lackschwarz sein. Bei den andern dürfen die Welpen auch einen Braun- oder Graustich haben. Man weiss bei der Geburt noch nicht, welche Farbe der Pudel mit 3-5 Jahren haben wird.

Allerdings, die Erfahrung zeigt, dass diejenigen Welpen, welche bei der Geburt helle Krallen haben (die verschwinden nach ca. 3 Tagen und werden pigmentiert, also aufschreiben!) später schneller aufsilbern und eine hellere Schlussfarbe haben. Wenn die Welpen im Alter von 6 Wochen ausgeschoren werden, kann an den Gesichtern auch erkannt werden, ob sie eher silbern oder grau werden.

Da die Aufhellung oder Vergrauung mehrere Jahre dauern kann, weiss man am Anfang nicht, welche Endfarbe der Pudel haben wird und muss sich auch mit "Zwischenfarben" begnügen. Der Aufhellungsprozess kann unterschiedlich schnell ablaufen. Bei den kleinen Pudeln geht er in der Regel schnell, die Pudelis werden meist mittel-hellsilbrig und haben in der Regel ein recht einheitliches Silber. Bei den Grossen ist dies schwieriger.

Wenn man lange recherchiert, kommt man zur Hypothese, dass die schönsten Silbernen aus Silber x Blue entstehen. Hierzulande ist dies aber zurzeit noch nicht möglich.

Diese kleinen Wundertüten von schwarzen Puppies werden also genau beobachtet. Und es gibt Indizes, also Hinweise, welche Farbe sie später haben werden. Diese geben Tendenzen an. Bsp. Wenn ein Welpe mit 6 Wochen beim Ausscheren bereits ein schönes Silbergesicht zeigt, dann kann diese Gesichtsfarbe in etwa die Endfarbe zeigen. Zudem kann man davon ausgehen, dass der Welpe eher früh aufsilbern wird.

Wenn das Gesicht noch sehr dunkel ist, dann nimmt man an, dass das Aufsilbern langsamer geschieht und das Grau eher dunkler ausfällt. Es braucht also mehr Geduld. Wenn das Gesicht noch fast schwarz ist, dann wird es sich vermutlich um einen Dunkelgrauen handeln.

Beachten muss man aber auch, dass die Übergangsfarben immer wieder wechseln, sich schubweise und jahreszeitlich verändern können und dass es Geduld braucht, bis der Aufsilberungsprozess abgeschlossen ist.

Wenn Richter ein "einheitliches" Silber und keine hellen Beine wünschen, dann ist dies eine unrealistische Forderung bei den Grosspudeln. Ich habe lange recherchiert, auf der ganzen Welt, auch die Champions haben oft kein einheiltiches Silber in den Jugendjahren und am Schluss fast immer hellere Beine als der Körper. Im Continantel Clip fällt es einfach weniger auf. Was sicher nicht Ziel der Zucht ist, dass das Fell "fleckig" aussieht. Die Praxis zeigt aber, der Aufsilberungsprozess ist geprägt von Zwischenphasen, und da haben viele Silberne zwischenzeitlich Flecken. Man sagt, der Aufsilberungsprozess kann bis zu 6 Jahren gehen. Es gibt aber auch Pudel, die verändern die Farbe lebenslänglich.

Bei den kleineren Pudeln ist die Farbe Silber und die Einheitlichkeit, sowie der Aufsilberungsprozess (Verlauf und Tempo) viel einfacher und schöner. Man sagt, dass die Mittel-, -Zwerg- und Toypudel eine systematischere Reinfarbenzucht (Programm) umsetzten. Dafür hat man bei den Grossen zu wenig Genpool (gehabt und auch aktuell).

Genetisch gesehen gibt es verschiedene Allele, welche für den Aufsilberungsprozess verantwortlich sind. Und diese können sich ergänzen. Wenn mehrere Allele zum Aufsilbern "auffordern", dann gibt es ein helleres Silber, als wenn nur eines in diese Richtung wirkt.






Schwarze Pudel

Schwarz ist als Farbe dominat über alle andern Farben. D. h. ein schwarzer Pudel kann irgend welche andern Farben als Gene in sich tragen, die aber nicht gezeigt werden, weil sie mit Schwarz "überdeckt" sind.

Diese Gene werden an die nächste Generetion weiter gegeben. Wenn sie dann auf ein 2. Gen treffen, das "schwächer" als Schwarz ist, dann können diese Farben plötzlich zum Ausdruck kommen. Das gibt dann manchmal Überraschungen (z. B. bei einer Schwarz x Schwarz-Verpaarung, einige Weisse Welpen, oder Apricot, oder Braun).


B-Serie (Locus B)

Das dominante Gen für die schwarze Farbe heisst B (Black)

Es braucht immer 2 Gene, also ein Genpaar. Das entsteht bei der Zeugung. Ein Gen der Mutter, ein Gen des Vaters. Ein reinebirger schwarzer Pudel trägt also BB und ist schwarz.

BB   Schwarzer Pudel, reinerbig schwarz

Ein mischerbiger schwarzer Pudel (heterozygot) kann z. B. folgende Kombination haben:

Bb   schwarzer Pudel, Träger für Braun

Ein brauner Pudel ist reinerbig Braun:

bb   brauner Pudel, reinerbig

Zuchttechnisch ist es wichtig, dass der Faktor b möglichst NICHT in weisse, silberfarbene oder aprikofarbene Pudel rein kommt. Das kann unerkannt passieren, wenn mit Schwarz gekreuzt wird. Und passiert garantiert, wenn mit Braun gekreuzt wird.


Frühvergrauung bei schwarzen Pudeln, eine Form von unechtem Blau oder sogar "Smokey"

Schwarze Pudel können (anderer Gen-Ort) ein Verdünnungs- oder ein Vergrauungsgen haben. Sie kommen schwarz zur Welt und im Verlaufe der ersten paar Lebensjahre hellen sie auf, oder vergrauen (Frühvergrauung). Viele sagen dann, man habe einen "schlechten" schwarzen Pudel. Manche Leute bezeichnen diese Pudel als "blaue Pudel". Das ist aber nicht das Blau, welches einen echten Blauschimmer hat, sondern es handelt sich um einen Vergrauungsprozess. Dieses Vergrauungsgen tragen die meisten braunen Pudel.Deshalb können sie ihre Farbe dann nicht behalten und vergrauen.

Sehr gut lässt sich dieses Vergrauen irgendwelchen Farben bei den Lagotti beobachten. Bei der Geburt haben sie Farben, welche sie dann bald auf diese Weise "verlieren".

Hinweise für eine frühe Ergrauung von Schwarzen können helle oder weisse Haare an der Pfotenunterseite sein, z. B. bei der Geburt. Sie können dann wieder verschwinden und bei der Welpenabgabe mit 10 Wochen hat man diesen Hinweis u. U. nicht mehr. Auch ein Braunschimmer beim Welpen wird als Indiz für ein späteres Frühvergrauen genommen.

Echte blaue Pudel

D-Serie (Locus D)

Die Farbe Blau kommt auch in andern Rassen vor, z. B. blaue Doggen, Weimeraner. Ein echter blauer Hund (Pudel) kommt immer schieferfarben zur Welt und hat auch einen schieferfarbenen Nasenspiegel, helle Augenlider und oft hellere, fast bernsteinfarbene Augen (bei der Geburt dunkelblau wie alle Welpen). Das sind äussere klare Merkmale. Diese echten blauen Pudel sind sehr selten, in Kanada anerkannt.

Genetisch gesehen handelt es sich dabei um eine Verdünnung von Schwarz durch das Diluti-Gen provoziert. Diese blauen Pudel sind genetisch also anders "gebaut" als die sog. (unechten) Blauen, welche schwarz geboren werden und nicht voll aufsilbern.

Es handelt sich um die D-Serie (Locus D), und dieses Allel ("Dilutions-Gen") ist für die Verdünnung (Dilution, Aufhellung) der Grundfarbe verantwortlich, also von Schwarz zu blau und von Braun zu Beige und von Rotgelb zu Falb. Dieses Gen wurde 1919 entdeckt (Little und Jones). Es kann (v. a. bei Inzucht) über mehrere Generationen gesundheitliche Probleme, Haarausfall, Immunschwäche auslösen. Man geht heute davon aus, dass auf dem D-Lokus ein Gen liegen kann (Color Mutant Alopecia (CMA) oder Black Hair Follicle Dystrophia (BHFD) genannt), welches diese Krankheitssymptome auslöst. An einem Gentest für CMA wird gearbeitet. Beim blauen Pudel ist diese Krankheit äusserst selten, deshalb sind blaue Pudel z. B. in Kanada und USA auch eine ankerkannte und hoch begehrte Farbe. Offenbar ist die Anfälligkeit für SMA von der Hunderasse abhängig. Der Weimeraner wird z. B. nur blau gezüchtet, beim Dobermann traten so viele Probleme auf, dass die Zucht blauer Dobermänner verboten wurde. Spätestens wenn der Gentest für SMA zur Verfügung steht, müsste man über die Bücher und prüfen, die blaue Farbe beim Pudel anzuerkennen.

Also: Die D-/d-Gene bewirken an sich keine Farbe, sondern bestimmen, ob die vorhandene Farbe intensiv ist oder verdünnt.

DD   intensive Pigmentierung

Dd intensive Pigmentierung, Diluti-Träger (kann Blau/Verdünnung vererben, rezessiv)

dd   Verdünnung von Pigment (Black zu Blau und Braun zu Falb und Rot zu Cream), zweifach rezessives Gen

Ein Hund mit der Formel BBdd, wäre reinerbig schwarz und sähe auch schwarz aus, wird durch die doppelte Anwesenheit von dd aber blau. Diese echten Blaupudel mit schieferfarbener Nase und hellen Augen werden blau geboren gelten als "Fehlfarbe" gemäss F.C.I. Wir haben keine solchen echten Blues.

Hätte der Hund aber bbdd so wäre der Hund reinerbig Braun, wird aber durch die Anwesenheit von dd auf "isabellfarben" oder "silberrehfarben" oder "beige" oder "silber-beige" verdünnt. Beim Pudel wäre das dann "Cafe au Lait", sofern der Pudel so geboren wird und nicht durch einen Vergrauungsprozess diese Farbe bekommt.

Zuchtverbände und Richter/innen müssten zwischen Diluti-Blues (echte Blues oder echte Blaue) und den unechten Blauen unbedingt unterscheiden. Man kann nicht einfach alle Dunkelsilbernen als Blaue bezeichnen.

Es gibt auch helle echte blaue Pudel. Diese kommen schieferfarben zur Welt, tragen neben dem Diluti-Gen auch noch zusätzlich ein Vergrauungs- oder Versilberungsgen und hellen dann auf. Typisch für echte Blaue ist der blaue (manchmal violette) Schimmer im Fell, und eben, dass sie schieferfarben zur Welt kommen und der Nasenspiegel und die Lieder schieferfarben und nicht schwarz sind. In Australien werden solche blaue Pudel gezüchtet.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


"Unechte" blaue Pudel sind in Wirklichkeit einfach dunkelgraue Pudel

Fälschlicherweise werden langsam und wenig aufgrauende Pudel genauso wie frühvergrauende schwarze Pudel als blaue bezeichnet. In Wirklichkeit sind es aber einfach dunkelgraue Pudel. Die Haut der Silbernen hat von Natur aus einen Blaustich. Das ist aber nicht das Kriterium.

Kommen Welpen schwarz zur Welt (Braunschimmer möglich) und haben einen SCHWARZEN Nasenspiegel, dann sind es genetisch gesehen keine blauen Pudel und sie sehen später auch anders aus als die echten Blauen. Der Nasenspiegel, die Augenlider, die Lefzen ... sind schwarz und bleiben schwarz.

Wenn das Schwarz nur wenig aufgraut, dann haben wir ein sehr dunkles Grau (Smokey bis unechtes Blue). Es kann Jahre dauern, bis dieser Vergrauungsprozess beendet wird. Manche vergrauen lebenslänglich. Viele Züchter und Richter bezeichnen diese langsam und spät aufgrauende Pudel als blaue Pudel. Das ist aber zumindest aus genetischer Sicht nicht stimmig.

Blaugraues Pigment eines wundervollen Smokeys

Diese unechten Blauen Pudel haben zu viel Aufgrauungs- oder Aufsilberungs-Tendenz für einen Schwarzen und zu wenig für einen Silbernen.

Diesen Effekt kann man immer wieder bei der Verpaarung von Silber X Weiss oder Schwarz x Silber oder auch Schwarz x Schwarz und sogar auch Silber X Silber beobachten.

Die Welpen sind lange schwarz, bei der Abgabe sind die Gesichter noch fast schwarz oder sehr dunkel. Der Aufsilberungsprozess geht sehr langsam und braucht Geduld.

Das ist auch beim Wurf von Daisy x Ravel so geschehen. Dieses Dunkelgrau ist genetisch gesehen kein Blau und damit bestehen auch keinerlei gesundheitliche Risiken.

6 Wochen alte unechte Blues. Man sieht, dass die Gesichter nicht lackschwarz wie bei schwarzen Pudelwelpen sind jedoch die Nasenspiegel sind ganz schwarz.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oft werden spät vergrauende Pudel als blaue eingetragen (in amerikanischen Stammbäumen). Man kann aber davon aus gehen, wenn man die Stammbäume studiert, dass es sich bei den meisten Blues in der Regel um Dunkelsilberne handelt, also mit intakten Genen DD. Ein Gentest könnte Auskunft geben. Ich habe Hinja getestet und sie trägt DD, ist also reinerbig in Bezug auf das intakte Gen.

Es kommt auch vor, dass langsam oder spät vergrauende Pudel zuerst als Blau eingetragen werden, und dann bekommen sie trotzdem ein graues Fell und werden dann wieder umgeschrieben.

Die Erfahrung zeigt auch, dass spät vergrauende Silberne für die Ankörung meist um 1-2 Jahr zurück gestellt werden und in der Jugendzeit beim Ausstellen viel unnötige Kritik (zur Farbe) einfahren. Da müsste dringend ein Umdenken bei den Richtern und Pudelclubs statt finden.

Unechter Blauer, also (dunkel-) grauer Pudel (mit
schwarzem Nasenspiegel) und schwarzer Grosspudel daneben


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Züchter haben die Erfahrung gemacht, dass die Kreuzung von solchen Dunkelgrauen (ueBlue) und Silber oft ausgesprochen schönen Nachwuchs bringt, das Silber der Welpen aus solchen Verpaarungen weniger fleckig ist und die Farben überzeugen. Ein Ausschluss aus der Zucht macht weder Sinn noch ist dies nachvollziehbar.

Aus genetischer Sicht wäre es zudem sehr wichtig, dass diese (unechten) Blues (also die sehr Dunkelgrauen) unbedingt anerkannt würden. Die tragen absolut gesunde Gene. Sowohl in den Staaten als auch in Skandinavien wird erfolgreich mit diesen (unechten) Blues gezüchtet!

Wunderschöner unechter Blue, also dunkelgrauer Grosspudel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Graue Pudel

V-Serie (Lokus V): Das Vergrauungs-Gen

Die V-Serie (Lokus V, unvollständige Dominanz) ist verantwortlich dafür, dass das Schwarz vergraut. Beim (dunkel-) grauen Pudel ist dies weniger ausgeprägt als beim silbernen, weil der dunkelgraue nur ein v hat, und mit "unvollständiger Dominanz" gemeint ist, dass das eine v zwar wirkt (Pudel wird dunkelgrau, oft als Blue bezeichnet), aber wenn zwei - also vv - da sind, dann wirkt es umso mehr (Pudel wird silbern oder helleres Grau).

vv      volle Farbe, kein Ergrauen, der Pudel bleibt schwarz

Vv      der schwarz geborene Pudel vergraut zu Dunkelgrau, 
Anthrazit, bzw. (unechtem)
Blau.

Bild Haarfabe: Am Haarende ist das Haar dunkel, im  mittleren Bereich ist heller und ganz innen nahe der Haarwurzel wächst es dunkel nach.

Dieser Vergrauungsprozess verläuft langsamer als die Aufsilberung (siehe G-Lokus) und kann bis zu 6 Jahre dauern. Diese wunderschönen - oft als blaue Pudel bezeichnet - sind standardgerecht und sollten in der Zucht verwendet werden, weil sie viel Farbqualität an die nächste Generation weiter geben können. Es sind einfach dunkle Silberberne mit weniger und langsamerer Aufhellung.

VV  der schwarz geborene Pudel wird hellgrau oder silbern, es ist also eine ausgeprägtere Vergrauung (Verlust der Haar-Pigmentierung, Haare werden innen durchsichtig bis weiss, aber verlieren nicht völlig den äusseren Farbmantel). Der Pudel verliert bis zu 90 % seines ursprünglichen Farbpigments in den Haaren. Die Haut bleibt Blau-Schwarz.

Dieser Vergrauungsprozess hat zu Folge, dass die Farbe dort dunkler ist, wo die Haare länger sind, z. B. am Panzer. Teilt man die Haare, können die verschiedenen Farbschichten gesehen werden.

Zudem wachsen nicht alle Haare gleich schnell. Am Schopf und am Behang wachsen sie oft sehr langsam. Leicht lässt sich deshalb erklären, welshalb die Haare an diesen Zonen über längere Zeit besonders dunkel sind.

Wichtig zu wissen: Hündinnen wechseln die Farbe je nach Hormonstatus und ein Wurf bringt wieder den ganzen Rücken schwarze Haar, und der Aufsilberungsprozess beginnt wieder!

Die Farbe Grau, und also die über das V-Gen vergrauten Haare glänzen nicht, wirken eher matt in der Farbe. Das ist gar nicht anders möglich und hat mit diesem Vergrauungseffekt zu tun.

Leider gibt es noch keinen Gentest für den Lokus V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Grau und Silber

G-Serie (Locus G): Das Silber-Gen

Zu diesem  Gen und seinen Auswirkungen gibt es noch wenig Studien. Die G-Serie (Locus G, dominant) ist hauptverantwortlich bei der Entstehung von Silber (progressive Vergrauung). G steht für Greying, es ist die "Ver-Grauungsserie".

Es ist ein Prozess, der ab der 5. Lebenswoche startet und häufig zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr abgeschlossen ist, bei manchen Pudeln aber lebenslänglich weiter gehen kann.

Bild links: Tiger (Grau) und Daisy (Silber)

Searle (1968) sagt, dass dieses Gen lebenslänglich ein Vergrauungswirkung habe. Silberpudel mit diesem G-Gen haben einen deutlicheren Glanz in den Haaren als graue Pudel. Eben weil der Aufsilberungsprozess anders abläuft und die einzelnen Haare dann silbern glänzen.

Lokus-G   erlaubt das Grauwerden (Versilbern).

Bei Geburt sind die Welpen schwarz und silbern dann auf, und zwar durch eine Anhäufung von hellen bis weissen Haaren im Fell.

gg   kein Grauwerden, die schwarz geborenen Welpen bleiben schwarz.

GG   reinerbig Formel "vergrauen" und alle Nachkommen werden vergrauen (aber unterschiedlich stark und unterschiedlich schnell möglich).

Gg   heterozygot, also der Pudel vergraut, aber in der Vererbung werden nur ca 50 % vergrauen, wenn von der andern Seite kein Versilberungs-Gen kommt. So die Theorie von Genetiker Little (1971).

Genetiker Robinson (1982) ist sich nicht sicher, ob das Gen für progressive Vergrauung "semi-dominant" oder rezessiv ist. Er weisst darauf hin, dass die Ausprägungsgrade vom Aufsilbern sehr unterschiedlich sein können, und erklärt dies mit Heterozygotie, schliesst aber andere mitspielende Faktoren (Rasse, Linie) nicht aus.

Das würde dann so aussehen:

GG   reinerbig, volle Farbe, kein versilbern

Gg   heterozygot, reduziertes Aufsilbern/Vergrauen

gg   reinerbig, der Hund silbert deutlich auf/vergraut deutlich

Wenn Robinson Recht hat, kann man bei der Paarung von Silbernen und Weissen nicht zwingend Silberlinge erwarten oder sogar alles (unechte) Blue (er weiss ja selber nicht, ob das Gen rezessiv oder semi-dominant ist). Daisy hatte mit Ravel (weiss) 8 Welpen, alle (unechtes) Blue. Damit müsste ich Robinson Recht geben. Oder es spielen weitere noch unbekannte Gene mit und Beeinflussen z. B., ob ein angelegtes Gen überhaupt zum Tragen kommt?

Wenn man weltweit die Stammbäume studiert, so gibt es sehr viele Weiss-Silber-Verpaarungen mit Silbernen in der Nachzucht. Was wir nicht wissen, wie jeweils die Verteilung im Wurf war. Da wäre eine Zuchtstatistik von grossem Nutzen.

Wenn man mit einem aus Silber gezüchteten weissen Rüden deckt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser ein verstecktes Gen für den Aufsilberungsprozess in sich trägt. Deshalb ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass es mehr Silberne gibt, grösser. Dieser Aspekt ist aber auf Erfahrung beruhend und meines Wissens noch nicht erforscht.

Leider gibt es noch keinen Gentest für den G-Lokus.


Weitere Bemerkungen zur Silberzucht

Wir haben also verschiedene Gene/Allele, welche fürs Aufsilbern verantwortlich sind. Und da kommt es auch darauf an, wie sie zusammenspielen.

Wenn ein Puppy mit 8 Wochen gar keine Ergrauung im Gesicht zeigt, dann gibt es keinen (hellen) Silberpudel, aber einen (unechten) Blue, bzw. einen Dunkelgrauen.

Unechte Blaue und silberne Pudel können über Brauntöne (Braunschimmer) aufsilbern.

Silberne Pudel sollten nicht mit Braun, Cafe au Lait oder Silberbeigen (brauner Nasenspiegel, aus Braun ergrauter Pudel) gekreuzt werden.

bbGG   das ist also ein brauner Pudel mit dem Grau-Faktor. Kennen wir tausendfach bei den Lagotti, welche ja kaum einer mal seine Ursprungsfarbe behalten kann. Beim Pudel wird er dann soweit aufgehellt, bis er Cafe au Lait ist.

Wenn Silberpudel smit Schwarzen gekreuzt werden, kann dieser G-Faktor in die Linien von schwarzen Pudeln eingeschleust werden, und es kann in nächsten Generationen mehr schwarze Pudel geben, die früh vergrauen, aber als Welpen oder Junghunde, und auch evtl. beim Ankören nicht als solche erkannt werden (als Schwarze angekört werden).

Aprikotpudel werden rot geboren und hellen dann aufgrund des G-Faktors auf (Engler 1995). Wenn der G-Faktor fehlt, bleiben sie rot. Nagel (1992) hingegen führt an, Rot sei kein "verstärktes" Apricot, sondern ein eigener Farbschlag. Über die Ernährung (Biotin, Karotin) kann eine Pigmentverstärkung erreicht werden. Aber Achtung, eine Überdosierung ist gesundheitsschädigend!

Wenn man die Geschichte des Bedlington Terriers anschaut, so geht man davon aus, dass Pudel eingekreuzt wurden und somit den G-Faktor brachten. Auf der andern Seite vermutet man auch, dass in Englang auch umgekehrt praktiziert wurde (gegenseitige Beeinflussung der beiden Rassen, jeweils mit Rückzüchtungsprogramm, siehe oben).

Die Verpaarung von Silber mit Weiss jedoch ist vielversprechend (Haarqualität, Pigment und Wesen), es können aber rezessive Aspekte einfliessen, die man nicht erwartet hat.



Nachfolgend eine Farbvererbungstabelle
Wie stark die Aufsilberungs-Tendenz ist, hängt von den verschiedenen Aufsilberungs-Genen ab. Diese Versilberungs- und Vergrauungs-Gene können noch nicht getestet werden. Hingegen gibt es einen Gentest für den D-Lokus (das Diluti-Gen), welches den echten Blue bewirkt, wenn doppelt vorhanden (dd).

Möglich ist, dass sowohl Silberne als auch Schwarze Träger von folgenden Farben sind:
Braun, Rot, Apricot, Weiss, Silber und dann könnten, falls 2 rezessive Gens aufeinander treffen, auch diese Farben fallen. Mit einem Gentest Lokus-B (für Schwarz oder Braun) und Lokus-E (für Apricot, Cream oder Weiss) kann dies bestimmt werden.

Der Lokus E wird oft als "yellow" bezeichnet. Ich habe bei der Tabelle mal die Farbe Weiss gesetz. Es könnte aber auch Apricot oder Rot sein, ist einfach unwahrscheinlicher. Man weiss nur aufgrund von ee nicht, ob der Pudel dann Weiss, Apricot oder Rot wird, da für diese Ausprägung ein weiteres Gen verantwortlich ist. John Amstron (Kanada) vertritt die Meinung, dass das V-Gen (Versilberungs-Gen), bestimmt, ob ein ee-Pudel rot (VV), Apricot (Vv) oder weiss (vv) ist. Andere Forscher bezeichnen ein C-Gen (CC für Weiss, Cc für Apricot, cc für Rot) verantwortlich. Es besteht weder Klarheit noch ein entsprechender Gentest. Wäre vv verantwortlich für die Aufhellung von Rot zu Weiss, dann müssten bei einer Kreuzung von Silber X Weiss viel mehr Silberne kommen (Wahrscheinlichkeitsrechnung), denn das vererbte V-Gen kann ja bei jeder Farbe wirken. Das hätte aber auch zufolge, dass nach einer Schwarz-Weiss-Verpaarung die schwarzen Welpen früher ergrauen. Diese Beobachtung hat mir bisher niemand bestätigt. Von daher scheint mir die Hypothese mit dem C-Lokus glaubhafter.

Hier nun 2 Farbverpaarungs-Tabellen mit Silbernen, zuerst Silber X andere Farbe und dann Silber X Silber:


Schwarz
BBEE
Schwarz
BbEE
Schwarz
BBEe
Schwarz
BbEe
Weiss
BBee
Weiss
Bbee
Weiss mit
brauner Nase
bbee
Braun
bbEE
Braun
bbEe

Silber
BBEE

100%
Smokey
100%
Smokey
100%
Smokey
100%
Smokey
100%
ueBlue
100%
ueBlue
100%
ueBlue

100%
ueBlue
100%
ueBlue
Silber
BbEE
100%
Smokey

25% Braun
vergraut
75% Smokey

100%
Smokey
25% Braun
vergraut
75% Smokey
100%
ueBlue
25% Braun
vergraut
50% ueBlue

50% Braun
vergraut
50% ueBlue

50% Braun
vergraut

50% ueBlue

50% Braun
vergraut
50% ueBlue
Silber
BBEe
100%
Smokey
100%
Smokey

25% Weiss
75% Smokey

25% Weiss
75% Smokey
50% Weiss
50% ueBlue
50% Weiss
50% ueBlue
50% Weiss
50% ueBlue
100%
ueBlue
25% Weiss
50% ueBlue
Silber     
BbEe
100%
Smokey
25% Braun
vergraut
75% Smokey
25% Weiss
75% Smokey
25% Weiss
25% Braun
vergraut
50% Smokey
50% Weiss
50% ueBlue
50% Weiss
12.5% Braun
vergraut
37.5% ueBlue
50% Weiss
25 % Braun
vergraut
25% ueBlue

50% Braun
vergraut
50% ueBlue

37.5% Braun
25% Weiss

37.5% ue Blue

Hier kann man gut erkennen, dass eine
Verpaarung Silber X Schwarz hauptsächlich
Smokey in der 1. Generation bringt.

In der Schweiz ist diese Verpaarung nicht zugelassen.

Sie weissen Welpen aus solchen Verpaarungen
wären für die Silberzucht spannend, weil sie ver-
mutlich Vergrauungs-oder Versilberungsgene
tragen. Die Weissen haben sehr dunkles Pigment.

Sofern der weisse Pudel nicht V- oder G-Allele
hat (die bekommt er z. B. aus einer Weiss-
Silber-Verpaarung), dann werden die meisten
Welpen ein unechtes Blue (Dunkelgrau,
Antrhazit) bekommen.

Sofern der silberne Pudel Weissgenträger
ist, wird es auch weisse Welpen geben.
Nicht erwünscht, aber nicht ausgeschlos-
sen sind braune Welpen, welche je nach
dem Genpackige (G-/V-Allel) schneller
aufsilbern oder vergrauen werden. Das gibt
dann die sogenannten Silberbeigen.

Aus einer Silber X Braun-
Verpaarung gibt es kaum
erwünschten Farben.

Zudem tragen die Welpen
Gene, welche in einer fol-
genden Verpaarung zu
Überraschungen führen
können.


Silber
BBEE
Silber
BbEE
Silber
BBEe
Silber
BbEe





Silber
BBEE
100%
Silber
100%
Silber
100%
Silber
100%
Silber
Silber
BbEE
100%
Silber
25% Braun
vergraut
75% Silber
100%
Silber
25% Braun
vergraut
75% Silber
Silber
BBEe
100%
Silber
100%
Silber
25% Weiss
75% Silber
25% Weiss
75% Silber
Silber
BbEe
100%
Silber
25% Braun
vergraut
75% Silber
25% Weiss
75% Silber

25% Weiss
18.75% Braun
vergraut
56.35% Silber

Mit "Smokey" ist Schwarz mit Frühvergrauung gemeint. Die Welpen zeigen im Alter der Abgabe noch keine Aufsilberungstendenz und haben auch beim Ausscheren einen schwarzen Fang (ohne hellen Ring um die Nase).

Falls schon - wenn auch wenige - Aufsilberungstendenzen sichtbar sind, dann wird es sich um einen "unechten Blue" (ue Blue) handeln. D. h. viele Leute benennen diese Art von vermehrter Frühvergrauung (im End-Effekt ein dunkles Anthrazit), welche aber lange dauern kann, als Blue. Dies ist genetisch gesehen aber KEIN Blue, sondern eine langsame Vergrauungs- oder Versilberungsart.

Wichtig ist zu beachten. Die Farbe des Pudels (Phänotyp) ist das Eine. Genetisch gesehen kann er andere Farben verborgen tragen, die je nach Zuchtkonstellation plötzlich Ausdruck finden. Wenn man vom Genotyp spricht, dann meint man dieses ganze Genpaket an sichtbaren und unsichtbaren, dominanten und rezessiven Anlagen. Beispiele:

Genotyp BBEE   
Haarkleid Schwarz, reinerbig Schwarz,
kann nur Schwarz vererben
Genotyp BBEe   
Haarkleid Schwarz, mischerbig, trägt Yellow,
kann Schwarz und Yellow (Rot, Apricot, Weiss) vererben
Genotyp BbEE   
Harkleid Schwarz, mischerbig, trägt Braun,
kann Schwarz und Braun vererben
Genotyp BbEe   
Haarkleid Schwarz, mischerbig,
trägt Braun und Yellow, schwarzer Nasenspiegel
Genotyp BBee   
Haarkleid Yellow (Rot oder Apricot oder Weiss),
reinerbig, schwarzer Nasenspiegel
Genotyp Bbee   
Haarkleid Yellow, mischerbig,
trägt Schwarz und Braun, schwarzer Nasenspiegel
Genotyp bbEE   
Haarkleid Braun, brauner Nasenspiegel
reinerbig Braun
Genotyp bbEe   
Haarkleid Braun, mischerbig,
trägt Yellow, brauner Nasenspiegel
Genotyp bbee   
Haarkleid Yellow, mischerbig,
trägt Braun, brauner Nasenspiegel

Unechte blaue Pudel sind in Wirklichkeit einfach dunkelgraue Pudel

Fälschlicherweise werden langsam und wenig aufgrauende Pudel oft als blaue bezeichnet. In Wirklichkeit sind es aber einfach dunkelgraue Pudel. Die Haut der Silbernen hat von Natur aus oft einen Blaustich. Das ist aber nicht das Kriterium.

Kommen Welpen schwarz zur Welt (Braunschimmer möglich) und haben einen SCHWARZEN Nasenspiegel, dann sind es genetisch gesehen keine blauen Pudel und sie sehen auch anders aus als die echten Blauen. Der Nasenspiegel, die Augenlider, die Lefzen ... sind schwarz und bleiben schwarz. Wenn das Schwarz nur wenig aufgraut, dann haben wir ein sehr dunkles Grau. Es kann Jahre dauern, bis dieser Vergrauungsprozess beendet wird. Manche vergrauen lebenslänglich.

Diesen Effekt kann man immer wieder bei der Verpaarung von Silber X Weiss oder Schwarz x Silber oder auch Schwarz x Schwarz und sogar auch Silber X Silber beobachten. Die Welpen sind lange schwarz, bei der Abgabe sind die Gesichter noch schwarz oder sehr dunkel. Der Aufsilberungsprozess geht sehr langsam. Das ist auch beim Wurf von Daisy x Ravel so geschehen. Dieses Dunkelgrau ist genetisch gesehen kein Blau und damit bestehen auch keinerlei gesundheitliche Risiken.

Allerdings ist es eine Tatsache, dass viele spät vergrauende Pudel als blaue eingetragen (im Stammbaum) werden, und man davon aus gehen kann, wenn man die Stammbäume studiert, dass es sich bei den Blues in der Regel um Dunkelsilberne handelt, also mit intakten Genen DD.

Es kommt auch vor, dass langsam oder spät vergrauende Pudel zuerst als Blau eingetragen werden, und dann bekommen sie trotzdem ein graues Fell und werden dann wieder umgeschrieben.

Viele Züchter haben die Erfahrung gemacht, dass die Kreuzung von solchen Dunkelgrauen (Blue) und Silber oft sehr schönen Nachwuchs bringt und das Silber der Welpen aus solchen Verpaarungen weniger fleckig ist und die Farben überzeugen.