Infos für Neu-Züchter/innen (im Aufbau)    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Warum? Eine gute Kollegin wurde durch 3 Welpen überrascht und muss nun ungeplant Züchteraufgaben übernehmen (Basterlis). Da ich ihr laufend ein Coaching geben werde, habe mich mich entschieden, die Infos allgemein verfügbar zu machen.
Auswahl Elterntiere

Ja, da kann man viel darüber schreiben. Wichtig ist, dass man ein Zuchtkonzept hat, dass die Auswahl der Elterntiere sorgfältig geschieht und nur mit den besten Tieren gezüchtet wird. Zudem, je ähnlicher sich die Elterntiere sind, desto einheitlicher wird der Wurf. Allerdings ist es wichtig, den Inzuchtskoeffizient zu beachten.

Ideal ist, wenn mit einer ganz fremden Linie "Blutauffrischung" gemacht werden kann. Da haben wir in der Schweiz noch ein Problem. Die Silberzucht ist in Europa sehr schmal, der Genpool ausgesprochen eng. Wenn wir mit Weiss kreuzen, könnte man dem entgegen wirken. Es müsste aber - wie in Skandinavien oder in den USA - erlaubt sein, mit den sehr Dunkelgrauen weiter zu züchten. Wenn diese von den Richtern alle ausgemustert werden, dann kann die Zucht keine Optimierung erfahren.

Vorbereitung der Deckung

Im Vorfeld prüfe ich den Impfstatus. Die 5-Fach-Impfung der Mutterhündin sollte weniger als 3/4 Jahre alt sein.

Kurz vor der Läufigkeit wird die Mutterhündin entwurmt. Achtung, keine Spot-ons mehr brauchen.

Ab Beginn Trächtigkeit füttere ich Royal Canin T42, und dies bis zum 42. Tag der Trächtigkeit.

Ich organisiere beim TA die 2 Herpes-Impfungen. Die erste kommt am Anfang der Läufigkeit.

Die Hündin wird ab ca. 1 Woche vor dem Decken nicht mehr gebadet. Sie soll den natürlichen Duft ausströmen, damit der Rüde auch Lust hat, sie zu decken.

Die Scham wird 2 Tage vor dem Decken ausgeschoren.

Deckung
Woche 1-3 der Trächtigkeit

Ich beobachte die Hündin. Meine riechen nach Vanille, wenn sie tragen und setzen jeweils einen verklärten Blick auf.

Achtung nochmals: Während der ganzen Trächtigkeit KEINE weder chemische noch biologische Zecken-, Flohabwehr o. ä. verwenden. Es kann zu Schädigungen der Föten oder Abbord (z. B. Nelkenöl) kommen. Ich benutze innerlich und äusserlich Kokosöl. Das Sclibor-Halsband ist das einzige zugelassene Teil, jedoch von 6 meiner Hundis reagieren 5 heftig und ich habe gehört, dass Pudel meistens sehr negativ auf dieses Flohhalsband reagieren. Ich würde es so oder so nicht in den ersten Wochen anwenden.

um den 25. Tag herum Da lasse ich einen Ultraschall machen. Achtung Empfehlung: nur bei einem Ultraschallspezialisten. Da fahre ich immer nach Niederglatt zu Dr. Gardell, der beste Ultraschall- und Röntgenspezialist, den ich kenne. Wenn ich die Anzahl Welpen in etwa kenne, dann kann ich alles beser vorbereiten und planen.
Woche 4-6 der Trächtigkeit Es ist wichtig, dass man über eine gewisse Zeit regelmässig und möglichst zum gleichen Zeitpunkt die Temperatur der Hündin misst. Dann hat man einen Referenzwert. Meine Hündinnen haben z. B. eher tiefe Grundtemperaturen, so um 37,2 Grad herum. Das ist wichtig zu wissen, so kann man steigendes Fieber besser einschätzen.
Woche 7-9 der Trächtigkeit

Am 43. Tag stelle ich die Mutterhündin ernährungsmässig auf Royal Starter Pro Medium um. Sie frisst das Futter auch nach der Geburt weiter (solange sie säugt). Dann vertragen die Welpen ihr Futter viel besser. Meine Hündinnen fressen während der ganzen Trächtigkeit und Säugezeit selbstverständlich auch immer Frischfleisch (barfen). Aber es ist auch wichtig, dass ihre Versorgung optimal auf die Welpen-Situation angepasst ist.

10-14 Tage vor der Geburt wird die 2. Herpes-Impfung gemacht.

Ab Tag 50 wird die Wurfkiste aufgestellt. Achtung, Verletzungsgefahren beachten. Ich sehe immer wieder Wurfkisten, die nicht ganz ungefährlich sind. Kanten gegen innen sind viel gefährlicher als wenn die Welpen keinen Unterschlupf haben. Meine Hündinnen achten gut, dass sie die Welpen nicht zerdrücken. Die Hündin muss von aussen gut sehen können, wo die Welpen liegen, damit sie beim Hereinspringen nicht versehentlich auf einem Welpen landet. Holzkisten sind weniger hygienisch, weil die Reinigung nicht so gut geht und das Holz die Keime aufsaugen kann. Holz muss extrem gut gehobelt sein, sonst besteht Gefahr der Verletzung von Spriessen. Diese können sich ins Auge oder in die Haut bohren. Die Welpen sind ja am Anfang blind und stossen immer wieder gegen Kanten und Wände und da darf es keine Gefahren geben.

Wenn die Hündin eine schwere Geburt oder einen Kaiserschnitt hatte, darf sie auch nicht zu hoch springen. Achtung, viele denken nicht daran, dass die Mutterhündin - wenn sie gefressen hat  und einen Sprung in die Wurfkiste macht - eine Magendrehung bekommen kann. Also die Begrenzung nicht zu hoch bauen. So schnell kommen die Welpen nicht raus. In der Anfangsphase muss die Wurfbox v. a. für die Hündin optimal sein.

Am 52. Tag der Trächtigkeit wird die Mutterhündin mit Stronghold (Spot-on) entwurmt.

Die Hündin wird an die Wurfkiste gewöhnt. Sie soll darin schlafen. Zu diesem Zweck schlafe ich auch im Welpenzimmer, ohne dies hat noch keine meiner Hündinnen die Einsicht gehabt, in der Wurfkiste zu schlafen. Die andern Hundis haben keinen Zugang mehr zum Welpenzimmer.

Das Gesäuge und die Scham werden ausgeschoren. Die Hündin bekommt nochmals einen Service (Nägel schneiden und feilen, Ohren zupfen, Pfoten ausscheren, evtl. Behang kürzen ...).

2 Tage vor der Geburt bekommt die Hündin nur noch Fleisch-Suppe (keinesfalls Trockenfutter), vielleicht ein Ei aufgeschlagen oder leichtverdauliches Gemüse sehr gar gekocht.

Geburtsvorbereitung

Was bereit liegen muss:
- alle wichtigen Telefonnummern
- Schüsseln mit frischen Wasser(fürs Reinigen der Hündin)
- Eimer mit frischen Wasser (fürs Reinigen des Wurflagers) und Wischtücher
- gekochte Laken (ich bügle sie zuvor, damit alle Keime abgetötet werden)
- gekochte Handtücher (ich bügle sie zuvor, damit alle Keime abgetötet werden)
- Haushaltpapier (Rolle)
- Nabelschere und Sternchenfaden ausgekocht
- Gleitgel oder Vasline
- Fieberthermometer
- Alkohol zum Desinfizieren der Nabelschere
- Nagellack (für mich ein heller, da die Silbernen schwarz zur Welt kommen)
- Schreibmaterial, Waage
- Wärmeflaschen
- Wäschekorb ausgepolstert, wenn Welpen umgebeigt werden
- Welpenmilch, Babyflasche und Sauger
- Fotoapparat
- Vetbeds

Geburt

Das Kolostrum der Mutterhündin ist das Wichtigste, was die Welpen kurz nach der Geburt und in den ersten 48 Std. bekommen müssen. Achtung, wenn zugeschöppelt wird, dass jeder Welpe vom Kolostrum kriegt!

Wenn die Milch da ist, aber nicht fliesst, dann hilft Bryonia D6, alle 2 Std. bis es in die Gänge kommt.

Wenn eine Hündin die Welpen nicht annehmen will, dann Vergabe von Sepia D6 - D12.

Nachsorge der Mutterhündin

Ich messe täglich 2x die Temperatur der Hündin. Am Anfang ist es normal, dass die Temperatur erhöht ist. Bis 38.5 Grad mache ich mir keine Sorgen. Aber mit der Zeit soll sich die Temperatur normalisieren. Wenn die Temperatur plötzlich wieder ansteigt, unbedingt den TA beiziehen.

Die Hündin wird regelmässig gewaschen und der Lochialfluss (Ausfluss nach der Geburt) wird täglich kontrolliert. Er darf am Anfang schleimig-blutig (dunkel, kein frisches Blut!!!) sein, soll sich aber von Tag zu Tag normalisieren. DerAusfluss oder die Hündin dürfen nicht stinken.

Der Hündin füttere ich während der Aufzucht Kolostrum (Ziege oder Rind, Schweizer Bioprodukt von artgerechter Haltung) zu, das stärkt das Immunsystem. Heilerde gebe ich dem Futter regelmässig zu. Zudem bekommen meine Hündinnen genug und verschiedene Öle, so dass einerseits ihr eigenes Fell, aber auch das der Welpen gut versorgt wird.

Arnica C30 hilft die Geburtsfolgen, Schmerzen und Dehnungen schneller zu verheilen.

ACHTUNG BARFER:

Die laktierende Hündin braucht proteinreiche Lebensmittel (Rind, Huhn, Pferd, Kaninchen, Herz, Lachs) und folsäurereiche Lebensmittel (Blattspinat, Eigelb, Brokoli, Weizenkeime, Randen, Zucchetti, Haferflocken, Leber...). Die laktierende Hündin braucht magnesiumreiche Lebensmittel (Aprikosen, Bananen, Haferflocken, Weizenkleime) und zinkreiche Lebensmittel (Rind, Fisch, Leber, Nüsse). Die laktierende Hündin braucht zudem Vit. D-reiche Lebensmittel (frischer Fisch, Lebertran, Ei, Milchprodukte, Butter) und Vit. A-reiche Lebensmittel (Leber, Lebertran, Möhren, SPinat, Brokkoli).

Das Wichtigste aber sind die Calcium-reichen Lebensmittel (Knochen, Eierschalen, Knochenmehl, Algenkalk, Milchprodukte) und man MUSS (gemäss Berechnungstabelle) CALCIUM zufüttern, sonst nimmt die Hündin das Calcium aus ihren eigenen Knochen und produziert einen Knochenmasse-Abbau, der nicht mehr kompensiert werden kann!

Auch sinnvoll ist Bierhefe beizugeben.

Ich barfe aus Überzeugung (nicht nur, meine Hundis und auch die Welpen müssen beide Ernährungsweisen kennen), aber während der Aufzucht und im 1. Lebenjahr finde ich es viel zu heikel, nur zu barfen, weil die optimale Versorgung derart komplex ist. Zudem müssen meine Welpen für beide Ernährungswelten geschaffen sein. Die Tipps hier sind deshalb nur Anregungen, nicht dass die Ernährung alleine darauf abgestützt würde.

Manche Hündinnen wollen in den ersten Tagen das Wurflager kaum verlassen. Es ist aber wichtig, dass der Kreislauf in die Gänge kommt. Zudem sinkt die Trombosegefahr, wenn sich die Hündin wengistens minimal bewegt. Wenigstens zum regelmässigen Versäubern im Garten und zum Fressen.

Wepen in der 1. Lebenswoche

Ich führe eine Gewichtstabelle. Wenn ich einen grossen Wurf habe (mehr Welpen als volle Zitzen), dann wäge ich 2-3 x täglich, um zu prüfen, ob jeder Welpen genug Milch bekommt. Bei einem kleineren Wurf und wenn alle Welpen stabil sind, wäge ich 1x täglich. In den ersten 3 Tagen kann das Gewicht schwanken oder auch mal kleiner sein. Aber schnell ist Gefahr in Verzug, und man muss gut aufpassen, dass der Start als Erdenbürer gelingt.

Bei den Welpen messe ich die Temperatur nur, wenn etwas nicht stimmt. Ihre Temperatur sinkt bei der Geburt (kann bis 30 Grad absinken) und steigt in den folgenden Tagen an bis sie sich bei 37 Grad einpendelt.

Die Welpen brauchen Wärme. Jedoch eine Wärmelampe ist m. E. nicht die optimale Lösung. Heizkissen sind in Bezug auf die Regulierbarkeit (Verbrennungen möglich) und auch wegen der Gefahr, dass die heranwachsenden Welpen das Kabel anknabbern, nicht ganz ungefährlich. Ich lege die Hundebettflaschen (Snuggle Safe, auch in meinem Shop zu beziehen), so hinein, dass die Welpen selber entscheiden können, ob sie sich Wärme holen wollen oder nicht.

Wenn die Welpen zu viel Wärme zugeführt bekommen, lernen sie nicht, die eigene Körpertemperatur zu regulieren. Also muss man genau beobachten, liegt die Hündin bei den Welpen und wärmt sie, sind die Welpen gesund und schlafen genügend lang "am Stück" und drängen sich nicht übermässig aneinander oder haben sie sogar Abstand zueinander, dann ist genug oder sogar mehr als genug Wärme da. Grundsätzlich bewegen sich die Welpen auseinander, wenn sie abkühlen wollen und zueinander, wenn sie Wärme brauchen. Also zuerst mal gut beobachten. Die Zimmertemperatur sollte in den ersten paar Lebenstage etwa 24 Grad warm sein. Danach langsam senken auf 22 Grad.

Achtung: Wenn Welpen nicht ganz gesund sind, dann brauchen sie genug Wärme, damit sie sich erholen können. Bei Herbeserkrankungen sogar konstant 36 Grad, aber das ist ein Spezialfall.

in der ersten Woche kontrolliere ich, ob die Nägelchen das Gesäuge der Muttehündin nicht zu sehr strapazieren. Wenn immer möglich warte ich mit dem Schneiden der Nägel bis sie 10-14 Tage alt sind.

Die Welpen erfahren schon die ersten "Präge-Einheiten". Wenn die Welpen am Säugen sind (ab Tag 6) werden sie kurz mit dem Menschenföhn warm (nicht heiss!) angeblasen, eine Weile lang und dies an mehreren Tagen. So werden sie später kein Problem beim Föhnen haben. Es ist die Zeit, in der GEBORGENHEITS-REIZE fixiert werden. Auch zum Erst-Prägeprogramm gehört, dass die Welpen immer wieder in die Hand genommen und sanft hin und her gewiegt und gestreichelt werden. Auch ein bisschen Klopfen mit den Fingerspitzen (das soll man, damit der Hund später keinen Stress kriegt, weil viele Menschen die Hundis klopfen statt streicheln und nicht merken, dass das Geklopfte von den Hundis gar nicht geschätzt wird). Also wir wollen sie "programmieren", damit ihnen das Geklopfe später nix ausmancht. Die Welpen hören und sehen am Anfang noch nichts. Der Geruchsinn und der Tastsinn sind aber voll da. Menschengeruch in diesem Zeitfenster zu erfahren gibt dann für später Geborgenheitsreize.

Immer wenn das Lager ausgetauscht und der Inhalt der Wurfbox gewaschen wird, dann reinige ich die Box selber gründlich und sie wird auch desinfiziert. Die Welpen lege ich in dieser Zeit in einen Welpenkorb. Aber man muss aufpassen. Fay ist auch schon mit den Welpenkorb gelegen, da hatte ich wirklich Angst, dass sie die Welpen erdrückt. Ich bleibe also dabei und zeige der Hündin immer, wo die Welpen sind, und fordere sich auch auf, auf die Welpen aufzupassen. Die ganze Aktion dauert ja nicht lange.

Zur Hygiene: In der ersten Zeit, bis die Erstmilch (Kolostrum der Hündin) wirkt und das Immunsystem aufbaut, kommt niemand mit Strassenkleidern ins Wurfzimmer. Schuhe werden vor der Wohnungstüre ausgezogen, und wenn die Leute (oder wir selbst) in der Öffentlichkeit waren, dann ziehen wir uns zuerst um. Am gefährlichsten sind die Hundeplätze und Hundemeilen. Da besteht grosse Infektionsgefahr. Meine andern Hundis werden da auch nicht spazieren geführt, sondern ich fahre in die Einsamkeit, nicht da wo an jeder Ecke ein Kot liegt.

Es steht immer Sterylium bereit. Die Hände werden vor jedem Welpenkontakt nach dem Waschen desinfiziert. Das Sterylium wird später auch den Welpenkäufern zur Verfügung gestellt.

Wer nebst der Hündin andere Hundis hat muss gut aufpassen, dass weder der Mutterhündin noch den Welpen etwas passiert. Das gilt auch bei Katzen. Es gibt Hündinnen, die wollen die Welpen killen oder die Mutterhündin ausbooten oder was auch immer. Mein Rudel ist sehr sozial. Aber das Welpenzimmer darf nur in meinem Besein betreten werden. Ich habe vis-a-vis der Wurfkiste ein Sofa. Da dürfen die Zuschauerhundis (nur die eigenen!) rauf und ein bisschen "fernsehen", also dem Geschehen in der Wurfkiste zuschauen aus Distanz. Das geht aber oft nicht bei andern Rassen oder Verhältnissen. Und es gilt gut abzuwägen, was für die Mutterhündin stimmig ist und keinen Stress oder Gefahren verursacht.

Welpen in der 2. Lebenswoche

Die 2.- 5. Lebenswoche ist eine relativ robuste Phase, was die Emotionalität anbelangt. Es ist die Zeit des Parasympathikus. Und alle Erfahrungen, welche bewältigt werden, speichern sich nachhaltig positiv im emotionalen Gedächtnis ab.

Die Welpen werden mit verschiedenen Gerüchen konfrontiert, keine scharfen Gerüche, aber spannende. Massvoll prägen. Zudem werden die Welpen auch mal gedreht, geschaukelt, gewendet, also verschiedene behutsame Lagewechsel beim Halten. Das trainiert den Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl.

Die Augen öffnen sich zwischen 10 ud 14 Tagen. Am Anfang können die Welpen aber noch nicht richtig sehen.

Spätestens in der 2. Lebenswoche sollen sich die Welpen daran gewöhnen, dass es keine Rundum-Versorgung gibt. Meine Hündinnen wollen dann z. B. auf kurze Spaziergänge mitkommen und die Welpen sind dann für 20 - 30 Min. ohne Mamma. Achtung, nicht dort mit der Hündin spazieren, wo sich die ganze Hundegesellschaft tummelt, sondern andere, einsamere Wege suchen (Infektionsgefahr).

Die Nägelchen werden geschnitten und im Alter von 14 Tagen kommt die erste Entwurmungskur (ich nehme Panacur-Paste). Achtung, Panacur muss an 3 aufeinander folgenden Tagen angewendet werden.

Der Garten und Welpenauslauf wird entschneckt. Schnecken übertragen Herz- und Lungenwürmer, und die Welpen fressen gerne Schnecken ;-(.

Welpen in der 3. Lebenswoche Verschiedene Untergründe werden zur Verfügung gestellt. Z. B. ein Gelpad, ein rauheres Tuch, eine gebrauchte Pferdedecke ... und die Waage soll nicht flauschig ausgepolstert werden, sondern der metallene glatte Untergrund bietet Gelegenheit für wichtige Erfahrungen.
Welpen in der 4. Lebenswoche

Die Wurfkiste ist vorne offen, und davor stelle ich in einer Kaninchenschale ungiftige Holzschnitzel für die Versäuberung zur Verfügung. Wenn die Welpen die Wurfkiste verlassen, können sie sich in dieser Zone versäubern und schnell nehmen sie das Angebot an. Später können die Welpenkäufer/innen im Garten, da wo das Pinkeln erlaubt ist, Holzschnitzel auslegen und so den Hund konditionieren. Und als Züchterin habe ich viel weniger zu putzen, als wenn sie das ganze Welpenzimmer zum Versäubern nutzen.

Jetzt ist auch Zeit für die Sozialisation mit den Katzen. Wenn die Sozialisation VOR dem Ende der 5. Lebneswoche geschieht, dann lösen Katze "Geborgenheitsreize" aus und der Hund wird nie auf die Idee kommen, eine Katze zu fressen. Selbstverständlich, wenn auf dem Feld eine Katze wegspringt, da kann es trotzdem sein, dass der Pudel nachrennt. Ist dann aber eher ein Spiel als eine Jagd.

Ende der 4. Woche ist wieder entwurmen angesagt. Auch Nägel werden regelmässig zurück geschnitten, sonst wächst der innere lebendige Teil zu sehr nach vorne, und dann können die Nägel lebenslänglich nicht mehr richtig zurück geschnitten werden. Das gibt dann die "Klapperer" beim Gehen und ist auch ungesund, weil der Hund nicht mehr richtig abrollen kann.

Zu meinem Programm gehört auch das erste Ausschreren von Gesicht, Anus und Pfoten. Es muss nicht perfekt aussehen, aber die Erfahrung der Schermaschine vor Ende der 5. Woche gibt eine Routine für die Besuche bei der Hundecoiffeuse.

Der Welpenauslauf wird vorbereitet. Kokosrapeln verstreuen, damit keine Zecken im Garten sind.

Welpen in der 5. Lebenswoche

Wichtig ist nun, dass die Welpen viele Anregungen bekommen, Geräusche, Menschen, Tiere, Untergründe, akustische und optische Reize, bewegliche Untergründe ... alle (nicht überfordernden) Erfahrungen bis zum Ende der 5. Lebenswoche werden als "Geborgenheitsgarnitur" abgespeichert. Das ist ein Vertrautheitsgrad, der mit aller Übung nicht mehr erreicht werden kann.

Ich beginne spätestens in der 5. Woche damit, das Welpenzimmer bei jeder Reinigung umzustellen, Dinge heraus zu nehmen, andere hineinstellen, Wurf- und Pinkelkisten an andern Orten zu platzieren ... so, dass sich die Welpen immer mal wieder neu orientieren müssen. Das fördert die Flexibilität des Hundes. Auch die Selbstverständlichkeit, sich in neuer oder veränderter Umgebung zurecht zu finden.

Die 4. und 5. Woche werden intensiv genutzt, möglichst vielfältige und unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Es ist die Zeit, sich mit dem Staubsauger anzufreunden, Blechteller als Schaukel zu benutzen, Hindernisse zu überwinden ... bitte auf youtube (Kanal vonseidenstein) schauen.

Ebenso wichtig ist, dass die Welpen INTENSIVEN Kontakt mit den Menschen haben. Es wäre fatal, gerade in dieser Zeit, die Welpen in einem Aussengehege oder Aussenanlage o. ä .zu halten. Jetzt entscheidet sich nämlich, über welche BINDUNGSFÄHIGKEIT der Welpe später verfügen wird. Wenn er jetzt eine gute Qualität an Bindung an den Menschen erlebt, wird der Hund lebenslänglich versuchen, bei neuen Menschen wieder eine intensive Bindung zum Menschen aufzubauen.

Achtung: Die Habituations-Erfahrungen stellen hirnorganisch Belohnungen (Selbstbelohnungssystem) dar. Es darf KEINE Belohnungen seitens Menschen geben (Gutelis), weil sonst das Selbstbelohnungssystem ausgeschaltet wird. Zuwendung, streicheln, liebes Reden also nicht an bestimmtes Verhalten koppeln sondern an sich zur Verfügung stellen!

Welpen in der 6. Lebenswoche

Mit Ende der 5. Woche tritt der Welpe in eine neue und ganz andere Entwicklungsphase. (der Sympathikus wird aktiv). Es handelt sich um eine SENSIBLE Phase und die Anregungen sollen weiter geschehen, aber sorgfältig und Überforderung ist zu vermeiden. Überforderung und Stress führen sonst zu einer SENSIBILISIERUNG.

Positiv verarbeitete Erfahrungen führen nur noch zu GEWOHNHEITSREIZEN. Die sind auch wertvoll, aber weniger tief "unten im Gehirn" angelegt. Es gibt im positiven Sinn wie eine erste Routine.

Zu Beginn der 6. Woche, wenn alle stabil sind, dann wird der Auslauf im Garten entdeckt und genutzt. Jetzt sollen die Welpen möglichst oft draussen spielen und Sonne tanken. Zuerst kommen die Welpen ins Erstlingsgehege. Sobald sie Routine haben, dann steht ihnen der grosse Welpenauslauf zur Verfügung.

Achtung, der Welpenauslauf muss von den Milans (sog. "Hühnervogel") geschützt werden. Milans holen Welpen bis ca. 4-5 kg.

Die Besucher sollen sich bodennah aufhalten. Der Welpe fühlt sich sonst möglicherweise bedroht durch die Grösse und Übermacht der Besucher/innen.

Ende der 6. Woche ist wieder entwurmen angesagt. Abstand zur Puppy-Impfung beachten, ca. 3 Tage. mMit 6 Wochen bekommen meine Welpen die Puppy-Impfung (Parvo), weil ich ja mit fremden Hundis sozialisieren will.

Also Quintessenz: Je nachdem, wie die Erfahrungen in dieser Phase emotional bewertet werden, entsteht HABITUATION oder SENSITIVIERUNG.

Welpen in der 7. Lebenswoche In der 7.-8. Woche wird der Wurf vom VBM getestet. Jeder Welpe wird beobachtet in Bezug auf mögliche Stresssymptome in unbekannten Situationen, bei akustischen und optischen Reizen, bei der Bewältigung von herausfordernden Aufgaben, wenn er alleine, d. h. ohne Geschwister und Mutterhündin und ohne Menschenmamma ist. Und es wird geschaut, ob er mit dem fremden Menschen Kontakt aufnimmt, sich in ein Spiel einlässt und inwieweit er kooperiert. Ganz schön anspruchsvoll in diesem Alter!
Welpen in der 8. Lebenswoche

3 Tage vor der Impfung entwurmen.

Mit 8 Wochen werden die Welpen geimpft (5-fach-Impfung).

Welpen in der 9. Lebenswoche
Welpen in der 10. Lebenswoche Mein ganzer Wurf hat Coiffeur-Termin. Alle Welpen werden gebadet und ausgeschoren. Training im Hundesalon!
Übergabe der Welpen
Termine nach der Abgabe