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Es ist nicht immer ganz einfach, den "richtigen" Hund für sich zu finden. Wenn Sie Sie sich für Pudel interessieren oder gar einen Pudel erwerben möchten, dann helfen Ihnen nachfolgende Ausführungen herauszufinden, ob dies ein guter Entscheid ist. Auch in Bezug auf die Wahl des Geschlechts eines Welpen sollten ein paar Fragen überlegt sein.


 

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein vor dem Erwerb eines Hundewelpen?

◊ Sie sind bereit, für die nächsten 13-15 Jahre die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen?

Sie haben entweder schon Hunde-Erfahrung oder sind willens zu lernen, wie man hundegerecht mit dem neuen Familienmitglied umgeht.?

Sie wissen, dass das 1. (und manchmal auch das 2.) Lebensjahr eines Hundes für die Menschen oft anstrengend ist.

Bis alles eingespielt ist, braucht es viele zeitliche und organisatorische Anpassungen und Geduld seitens des Menschenfreundes.

Sie nehmen sich am besten die ersten 3 Wochen Ferien (falls Sie arbeiten), damit Sie dem Welpen bei der Eingewöhnung helfen und er Vertrauen aufbauen kann.

Falls Sie arbeiten, haben Sie geregelt, ob Sie den Hund mit zur Arbeit nehmen können, oder aber Sie haben sich einen Platz bei einem Hundesitter reserviert.

Achtung, viele Hundesitter nehmen keine Welpen, sondern erst Hundis altersmässig ab 6 Monaten!

Falls Sie in einer Mietwohnung oder in einem gemieteten Haus leben, haben Sie abgeklärt, ob eine Hundehaltung erlaubt ist (schriftliche Zustimmung verlangen!).

Ihr/e Partner/in ist einverstanden mit der Anschaffung eines Welpen und mag Tiere.

Falls Sie Kinder oder Jugendliche haben, lieben diese Tiere und wehren sich nicht gegen das neue Familienmitglied Pudel?

Kinder können grausam sein, das merken Sie als Eltern evtl. gar nicht. Es gilt den Welpen vor den Kindern zu schützen.

Falls Sie kleine Kinder haben, soll immer etwas stabil sein, bevor ein Zuzüger kommt. Also z. B. ein Kind ist 1-2 jährig, unkompliziert, alles ist eingespielt und Sie merken, dass Sie genug Zeit und Ressourcen haben für einen Welpen. Oder der Hund ist bereits 2 jährig oder älter, alles ist eingespielt und dann kommt die Familienplanung. Nie gleichzeitig verschiedene grosse Veränderungen. Immer auf Stabilität achten.

Sie wissen, dass ein erwachsener Hund ca. 2.5-3 Std. Aufwand pro Tag (spazieren, beschäftigen, füttern, bürsten, spielen, schmusen, Kopfarbeit ...) braucht und an Futterkosten mind. Fr. 5.- pro Tag aufzuwenden sind.

Sie wissen auch, dass Tierarztkosten (Impfungen, Entwurmungen, Zeckenschutz, Kontrollen, evtl. Verletzungen und/oder Krankheiten) auf Sie zu kommen werden, und Sie sind bereit, diese Kosten (rechnen Sie mit Fr. 300.- Unterhaltskosten pro Monat) genauso zu übernehmen wie die Kosten für die Grundausstattung und den Welpenpreis.

Sie sind bereit, Ihr Auto hundegerecht und sicherheitsmässig einzurichten, was in der Regel wieder mit Kosten verbunden ist.

Sie sind bereit, den gesetzlich geforderten Sachkundenachweis (SKN) für Hundehalter/innen zu absolvieren (4 Std. Theorie vor dem Hundekauf und 4 Std. Praxis mit dem Welpen), und Sie sind auch bereit, mindestens die gesetzlich vorgeschriebenen 4n Welpenspielstunden und 10 Junghundekurs-Stunden zu besuchen, und im Idealfall später in die Hundeschule zu gehen.

Sie wissen, dass es in Bezug auf Ferien komplizierter mit einem Hund ist, dass in Italien die Hunde nicht in Restaurants ... herein dürfen, dass an vielen Stränden Hundeverbot ist, und dass der Hund beim Flug mit dem GEPÄCK reist, und dies mit grossem Stress verbunden ist.

Sie wissen, dass nicht alle Hotels Hunde erlauben, und viele Hotels eine Hundetaxe erheben.

Sie wissen, dass es viele Menschen gibt, die nicht zu den Hundefreunden gehören, und dass Sie manchmal zur Projektionsfläche für Frust, Anwürfe o. ä. werden. Dies gilt es auszuhalten.

Sie wissen, dass es Zonen (und Kantone) mit genereller Leinenpflicht gibt, und sind bereit, sich an diese Regeln zu halten.

Sie nehmen in Kauf, dass es Verwandte und Freunde gibt, die Sie mit Hund nicht mehr zu Besuch haben möchten, dass sogar Freundschaften in die Brüche gehen können.

Sie wissen auch, dass viele Bekannte ein seltsames Bild (Vorurteil) über Pudel haben, und dass Sie evtl. belächelt und im schlimmsten Fall verspottet werden.

Sie sind bereit, dem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten, auch wenn dies für Sie selbst oft mit Zusatzaufwand verbunden ist.

Sie wollen einen Pudel, weil er ein Pudel ist und damit etwas ganz Besonderes.


 

Die Frage nach der Rasse

Jede Rasse hat ganz typische Rassemerkmale. Pudel sind in verschiedenster Hinsicht besondere Hunde. Deshalb muss gut überlegt sein, ob ein Pudel zum Menschenfreund passt. Gerade wenn jemand zuvor einen ganz andern Hundetyp hatte, sind manchmal Erwartungshaltungen da, die der Pudel nicht erfüllen kann oder will. Deshalb nachfolgend ein paar Abgrenzungsversuche:


Was spricht gegen den Pudel? Was spricht für den Pudel?

Sie sind eher ein "Stubenhocker" und suchen v. a. einen Hund fürs Sofa. Deshalb suchen Sie einen ganz ruhigen und bequemen Hund.

Vielleicht passt ein Pekinese besser zu Ihnen?

Sie suchen einen temperamentvollen Hund und beabsichtigen mit dem Pudel ausgiebige Spaziergänge (natürlich erst wenn er erwachsen ist) zu machen, ihn zum Joggen mitzunehmen oder mit ihm Hundesport zu betreiben oder sonst Dinge zu unternehmen, bei denen der Pudel seinen Bewegungsdrang ausleben kann.

Sie suchen den "Schutzhundtyp", der als seine wichtigste Aufgabe versteht, Sie und Ihr Haus zu verteidigen, und dabei auch zeigt, dass er zupacken könnte.

Vielleicht passt ein Schnauzer besser zu Ihnen?

Sie suchen einen sozialen Hund, der sich gut mit andern Hunden und Tieren versteht, unerschrocken und freudig den Menschen und Tieren begegnet, grundsätzlich wohlwollend und unaufdringlich ist.

Sie suchen eher einen Hund, der Kommandos immer und jederzeit und immer wieder aufs Neue präzis und geduldig ausführt, oder fast darauf wartet, lieber gehorchen als mitdenken tut, und so für ganz bestimmte Aufgaben besser geeignet ist.

Vielleicht passt ein Schäferhund besser zu Ihnen?

Sie suchen einen Hund, der die Kopfarbeit liebt, es schätzt, wenn Sie ihm Aufgaben stellen, Spiele und Kopfspiele liebt und selber auch mitdenkt. Sie ertragen es, wenn der Pudel nach einer erfolgreichen Aufgabe lieber etwas Neues leistet, als stereotyp mehrmals das Gleiche zu üben. Sie anerkennen, dass der Pudel eine gewisse Eigenständigkeit hat und kaputt geht, wenn man ihn unterdrückt und zu streng auf Anpassung beharrt.

Sie suchen einen Hund, dem der tägliche Spaziergang genügt, um zufrieden zu sein.

Vielleicht passt ein Beagle besser zu Ihnen?

Sie suchen einen Hund, der schnell versteht und lernt, und wenn man nicht aufpasst auch mal das Falsche ;-).


Sie suchen einen Hund, der sich anpasst und geduldig warten kann, keine eigenen spleenigen Ideen entwickelt, sondern einfach mit Begeisterung das tut, was Sie von ihm verlangen.

Vielleicht passt ein Shelty besser zu Ihnen?

Sie suchen einen eigenständigen Hund, der mitdenkt, Sie erinnert, wenn Sie etwas vergessen haben, vielleicht auch "Vorschläge" macht und sich als "Partner" versteht.

Sie suchen einen Hund, der offensiv zeigt, dass er alle Menschen toll findet, aktiv auf Fremde zu geht und seine Sympathie immer und beim jedem gerne bekundet.

Vielleicht passt ein Labrador besser zu Ihnen?

Sie suchen einen Hund, der sich in Gesellschaft gut benehmen kann, weder aufdringlich noch distanzlos ist, jedoch freundlich zu Fremden und wohlgesinnt ... und sich sogar an einer Modeschau zu benehmen weiss ;-)?

Sie suchen eher einen Spezialisten und wollen in einer ganz bestimmten Sportart bei der Spitze mitmischen.

Vielleicht passt ein Border Collie besser zu Ihnen?

Sie suchen einen Hund, mit dem Sie eigentlich in allen Sparten des Hundesportes mitwirken können, also ein polyvalenter Hund mit verschiedenen Fähigkeiten.

Sie suchen einen Hund, der immer aktiv ist, auch zuhause jederzeit bereit zu einem Spiel.

Vielleicht passt ein Flatcoatet Retriver besser zu Ihnen?

Sie suchen einen Hund, der draussen temperamentvoll ist und seinen Bewegungsdrang auslebt, in der Wohnung jedoch ruhig und unkompliziert ist und richtig faul im Bettchen liegen und geniessen kann.

Sie suchen einen Hund, den Sie nicht bürsten müssen.

Vielleicht passt ein Boxer besser zu Ihnen?

Sie sind bereit, das Pudelfell regelmässig zu bürsten und kämmen und sonst kurz zu scheren. Hin und wieder zum Coiffeur zu gehen oder das Scheren selbst lernen.

Sie wissen, dass des Pudels Ohren und Schwimmhäute gepflegt sein müssen, um Infektionen zu vermeiden.

Sie suchen eher einen mächtigen Hund, welcher etwas darstellt und Eindruck macht.

Vielleicht passt ein Sennenhund besser zu Ihnen?

Sie suchen einen sportlichen leichten Hund (17-24 kg), der nicht durch seine physische sondern durch seine mentale Stärke Situationen löst.


Die Frage nach dem Geschlecht

Wenn man einen Hund erwirbt, taucht zwangsläufig die Frage nach der Wahl des Geschlechts auf. Hier ein paar Überlegungen zur Wahl des Geschlechts:


Was spricht für eine Hündin?

Was spricht für einen Rüden?

Hündinnen gelten als weniger dominant und leichter zu erziehen, manchmal auch kooperativer. Bei den Pudeln ist der Unterschied aber weniger gross als bei andern Rassen.

Ich empfehle eher auf die Wesensart der Welpen als aufs Geschlecht zu gucken.

Rüden gelten als unkomplizierter und verlässlicher, weil sie kaum Hormon-schwankunen haben. Allerdings, wenn gerade eine läufige Hündin zugegen ist, dann ist manch Rüde auch sehr abgelenkt.

Rüden gelten als konstanter in der Leistungserbrngung.

Im Gegensatz zu andern Rassen (z. B. Boxer), sind Pudelhündinnen wenig gefährdet, nach einer Kastration inkontinent zu werden.

Ich empfehle 2 Läufigkeiten vor der Kastration abzuwarten. Damit sinkt das Risiko der Inkontinenz und die psychosoziale Reifung ist abgeschlossen

Fall eine Kastration geplant ist, so ist der Eingriff beim Rüden sehr viel kleiner. Komplikationen kennt man kaum. Mit Inkontinenz ist auch kaum zu rechnen.

Hündinnen gelten hinlänglich als anhänglicher und liebevoller.

Bei den Pudeln ist da aber kein Unterschied auszumachen.

Alle Welpenkäufer/innen haben berichtet, dass ihre Pudel sehr liebevoll und verschmust sind.

Rüden sind nicht "zickig" und vor allem Pudelrüden haben sehr wenig Auseinandersetzungen mit andern Rüden, da sie sehr sozial und friedfertig sind.

Der mental starke Pudel-Rüde löst Begegnungen in der Regel ohne Aggression, aber klar.