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Sie planen, einen Welpen zu erwerben. Da gibt es Einiges zu bedenken, zu organisieren, zu entscheiden ... und auch zu wissen. Hier finden Sie zuerst mal "das Rechtliche".





In der ganzen Schweiz gilt
Wer noch nie einene Hund besass, muss VOR dem Kauf eines Hundes einen Theoriekurs (Theorie SKN bei anerkannten SKN-Trainern) besuchen. In dem mindestens 4-stündigen Kurs wird (nur minimal) vermittelt, welche Bedürfnisse ein Hund hat, wie man mit ihm richtig umgeht, und was es an Zeit und Geld braucht, einen Hund zu halten. Wer schon früher einen Hund hatte, muss diesen Theoriekurs nicht besuchen. (http://www.bvet.admin.ch). Auf der bvet-Seite finden Sie auch eine aktuelle Liste von anerkannten Hundetrainer/innen Ihrer Region.

Wenn der Welpe einzieht, dann ist in absehbarer Zeit der praktische Teil des SKN (Sachkundenachweises) zu erfüllen. Dieser kann in einem Junghundekurs integrierte sein. Fragen Sie deshalb frühzeitig und organisieren Sie sich einen entsprechenden Platz in einem Kurs.

In der Schweiz sind wir in der unglücklichen Situation, dass die Behörden es nicht geschafft haben, ein Hundegesetz fürs ganze Land zu erlassen. Die Situation ist deshalb TOTAL unübersichtlich.

Mit andern Worten, Sie müssen sich VOR dem Kauf eines Hundes unbedingt informieren, was in Ihrem Kanton gilt, und ob Sie die Auflagen auch akzeptieren. Z. B. im Kanton Schwyz gilt auf dem ganzen Kantonsgebiet Leinenzwang. Das ist tierschutzwidrig. Und in der Regel gebe ich keine Welpen ab, wenn jemand im Kanton Schwyz wohnt. Ausser es kann mir überzeugend aufgezeigt werden, dass dem Hund trotzdem regelmässig genügend Freilauf gesichert wird.

Der Pudel und der Portugiesische Wasserhund (Cao) gehören zu den Hunden Rassetyp I (grosse Hunde, grösser als 45 cm und mind. 16 kg). Somit unterstehen sie der Gesetzgebung im Zusammenhang mit "gefährlichen Hunden"! Das ist ein kynologischer Witz. Wenn man bedenkt, dass ALLE Terriers ursprünglich zum Töten (im Zusammenhang mit spezifischer Jagd) gezüchtet wurden, und die Wasser-Stöber-Apportierhunde (zu denen gehört der Pudel ursprünglich, inzwischen bei den Gesellschaftshunden eingeteilt) sich mit einer Beisshemmung auszeichnen (he ja, die Enten - oder beim Cao die Fische - sollten ja sorfältig und unbeschadet dem Jäger gebracht werden). Mit andern Worten, das Aggressionspotenzial ist NICHT von der Grösse, sondern von der Rasse abhängig. Gerade viele kleine Hunde (v. a. alle Arten von Terriers) hingegen zeichnen sich durch ein beachtliches Aggressionspotenzial aus. Aber eben, die Gesetzgeber haben anders entschieden.





Im Kanton Zürich gilt deshalb
"Mit den Hunden der Rassetypenliste I müssen zwischen der 8. und der 16. Lebenswoche vier mindestens 50-minütige praktische Übungslektionen Welpenförderung sowie bis zu dessen 18. Lebensmonat einen Junghundekurs mit zehn mindestens 50-minütigen praktischen Übungslektionen besucht werden (§ 8 und § 9 HuV). Achtung: unbedingt Bestätigungspapier verlangen.

Wer diese Ausbildung ganz oder teilweise verpasst, hat mindestens zehn bis zwanzig Lektionen Erziehungskurs zu besuchen - je nachdem, aus welchem Grund die vorgeschriebene Ausbildung nicht absolviert wurde.

Einen Erziehungskurs muss auch besuchen, wer einen Hund im Alter zwischen 18 Monaten und acht Jahren übernimmt (§ 10 Abs. 1 HuV). Lektionen, die im Rahmen des (eidgenössischen) Sachkundenachweises (SKN) gemacht wurden, werden an den Junghunde- oder Erziehungskurs angerechnet. Die Ausbildungspflichten gelten jedoch erst ab 1. Januar 2011.

Jeder Hundehalter hat über eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens einer Million Franken zu verfügen; auf Verlangen ist entsprechender Nachweis zu erbringen (§ 6 HuG)." Mehr Infos unter http://www.tierimrecht.org

Im Kanton Bern z. B. gibt es in Bezug auf "gefährliche Hunde" keine spezielle Regelung.
Der Regierungsrat des Kantons Bern setzt weiterhin auf eine Bundeslösung und sieht von einer kantonalen Regelung ab.
Bitte informieren Sie sich rechtzeitig auf http://www.tierimrecht.org , welche gesetzliche Regelungen für Ihren Kanton bestehen. Das ist wichtig. Zudem lohnt es sich, bei der Wohngemeinde zusätzlich nachzufragen, welche Bestimmungen sich in in Bezug auf Hundehlaltung in der Gemeindeordnung finden.