Einsatzmöglichkeiten und Sport Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Dass der Pudel ein sehr vielseitiger Hund ist, haben wir schon berichtet. Mit dem Pudel können Sie in fast allen Disziplinen mitmischeln. Am wenigsten geeignet ist er wohl für Schutzdienst, IPO. Allerdings - in London wurden Pudel früher als Polizeihunde eingesetzt und es gibt immer wieder Pudelhalter/innen, die auch Schutzdienst mit ihren Pudel machen, am ehesten finden sich dann allerdings schwarze Pudel in dieser Disziplin.

Hier finden Sie Pudel in verschiedenen Disziplinen:

Jagdliches Arbeiten

Der Pudel ist ursprünglich ein Wasser-Stöber-Apportierhund und wurde für die Enten- und Fasanjagd gezüchtet. Von der Arbeit her entspricht er damit dem Springerspaniel oder auch dem Retriver. Der Pudel hier in Europa, die Retriver jenseits des Atlantiks.

Wenn wir mit dem Pudel jagdlich arbeiten, Dummy- und Apportiertraining machen, dann entspricht dies der ursprünglichen Bestimmung. Die Pudel lieben diese Arbeit!

In Schottland, Irland und Nordengland wurde der Pudel auch auf der Hirschjagd eingesetzt. Es kommt zwischendurch auch vor, dass Jäger bei mir einen Pudel kaufen.

Aber Achtung! Der Pudel hat einen Rest Jagdtrieb. Es gilt, dies bei der Erziehung zu berücksichtigen. Die jagdliche Arbeit ist das Beste, um den Jagdtrieb in die richtigen Bahnen zu lenken.

Schulhund

Wir wissen, dass die reine Anwesenheit eines Hundes in der Schule das Sozialverhalten der Kinder und das Lernen an sich positiv beeinflusst und den Lernerfolg nachweisbar steigert.

Es braucht aber eine Ausbildung der Lehrpersonen und des Hundes, damit gewährleistet wird, dass der Hund nicht übermässig genutzt, ausgebeutet und gestresst wird, und damit er seine Arbeit gut tun kann. Zudem sollte ein Schulhund maximal halbtags im Schulzimmer anwesend sein und dies auch erst wenn er erwachsen ist.

Obedience, Unterordnung, Begleithund etc.

Hundesport auf dem Hundeplatz, auf der Wiese, im Wald und auf Prüfungen hin arbeiten, Begleithund etc. da sind Sie gut bedient mit einem Pudel. Allerdings muss beachtet werden: Der Pudel hat keinen Kadavergehorsam, denkt mit und sinnlose Wiederholungen nerven ihn. Der Pudel lernt extrem schnell und will nicht unterfordert werden!

Blindenhund

Wir geben Grosspudelwelpen als zukünftige Blindenhunde ab, allerdings nur an Blindenführhundeschulen, die nachweisen können, dass diese Junghunde nicht in Zwingern gehalten werden und beim Trainer Familienanschluss haben. Also nicht nur beim Junghundetrainer, sondern auch beim Ausbildner selbst. Alles Andere ist für uns tierschutzwidrig. Mit Dr. Susanne Grünenberger (GUIDE DOGS GRÜNBERGER, D) arbeiten wir zusammen.

http://www.guidedogs-gruenberger.de/

Susanne Grünenberger sucht im Bodensee-Raum immer wieder Junghundetrainer/innen fürs erste Lebensjahr eines Blindenhundes, also ein Zwischenlebensplatz bei Privatpersonen.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie definitv einen Grosspudel als Lebensbegleiter anschaffen möchten, dann besteht auch die Möglichkeit, für ein Jahr einen solchen Junghund zu nehmen, diesen dann an diese Blindenführhundeschule abzugeben und sich danach zu entscheiden, selbst einen Pudel zu sich - und für immer - zu nehmen.

Rettungshund, Katastrophenhund, Lawinenhund, Sanitätshund

Der Pudel als langnasiger Hund verfügt über einen sehr guten Geruchssinn. Zudem denkt er logisch und will sein Bestes geben.

Der Pudel gilt als der Problemlöser unter den Hunden schlechthin. Wer einen Hund mit "Kadavergehorsam" haben will, ist beim Pudel an der falschen Adresse. Gerade sein Mitdenken und der Rest an Eigenständigkeit befähigen den Pudel in schwierigen Situationen nach neuen Lösungen zu suchen.

Als leichter Hund (Gewicht zwischen 17 und 26 kg) macht er einem Hundeführer auch einfacher, ihn zu heben oder ihm in unwegsamem Gelände zu helfen.

Zughundesport

Das ist schon eine Weile her, als John Suter mit Pudeln Alaska durchquerte (1976, 1989, 1990, 1991). Hier können Sie das Interview mit John Suter lesen.

Der Pudel ist ein guter Läufer und kann zum Joggen, Velofahren mitgenommen oder auch im Zughundesport eingesetzt werden. Allerdings da der Pudel eine "Leichtbauweise" unter den Hunden ist (hat ja auch Windhunde als Vorfahren drin), muss die Belastung angepasst sein.

Die Leistung muss sorgfältig aufgebaut werden. Eine Hündin aus meiner Zucht läuft beim Halbmarathon mit. Ich übe gerade wenn es wieder wärmer ist (wegen mir, nicht wegen den Pudeln) mit dem Dogscouter. Das ist ein Trainings-Trottinet für Schlittenhunde. Gut daran ist, dass man selber helfen kann, z. B. wenn es Steigung hat.

Beim Zughundesport ist zu beachten, dass auf möglichst flachem Gelände trainiert wird. Bergauf ist es für den Hund aus physikalischen Gründen nicht zu bewältigen, einen Wagen oder sonst ein Gefährt zu ziehen.

Schutzdienst, IPO

Immer wieder gibt es Pudelhalter/innen, die mit ihrem Hund auch Training im Schutzdienst machen. Ich kannte sogar eine Frau, die die Polizeihundeprüfung mit dem Klein-Pudel (=Mittelpudel) gemacht hat!

Der Pudel ist aber grundsätzlich nicht aggressiv und sehr sozial. Spielerisch kann ihm selbstverständlich auch das Beissen beigebracht werden. Und auch erwähnt sei, in London wurde er sogar als Polizeihund eingesetzt.

Familienhund

Der Pudel ist ein ausgesprochen sozialer Hund und eignet sich gut als Familienhund. Er ist leichtführig und Jugendliche können ihn bald auch im Sport führen. Gerade der Grosspudel ist auch als Ersthund gut geeignet.

Allerdings gilt zu beachten, nur das Tohuwabohu in der Familie lastet den Pudel nicht aus. Er braucht genug Bewegung, Kopfarbeit und eine Aufgabe, damit er glücklich ist.

Wenn eine Familie einen Welpen nimmt, dann muss in erster Linie der Welpe vor den Kindern geschützt werden. Dass sie ihm nicht weh tun, dass sie ihn nicht überfordern, dass sie keine ungeeigneten Spiele spielen ... und vor allem, der Welpe braucht 18 Stunden ungestörten Schlaf (nicht am Stück)! Wenn dies nicht beachtet wird, haben Sie schnell einen hyperaktiven Hund, der mit der Zeit auch gesundheitliche und verhaltensmässige Störungen entwickeln kann.

Therapiehund

In der tiergestützten Therapie werden Pudel gerne eingesetzt, sie haaren nicht und lösen keine Allergien aus, sehen freundlich aus und das Pudelfell lädt zum Kraulen ein.

Allerdings muss beachtet werden, der Pudel schätzt es nicht, von allen betatscht zu werden. Als reiner Besuchshund stresst er sich häufig bei Übergriffigkeiten und Schmuse-Überfällen.

Wenn aber mit Therapiekonzept gearbeitet wird, dann ist der Pudel ein toller Co-Therapeut.

Mantrailing

Mantrailing ist eine Sportart, die dem Pudel sehr entspricht. Sein ausgesprochen guter Geruchssinn, die hohe Intelligenz und eine Portion Eigenständigkeit machen ihn zu einem begehrten Trailer.

Ich selber betreibe Mantrailing seit 2009 und es macht riesig Spass, im Team mit dem Hund zusammen zu arbeiten, aber zumeist sich ganz auf den Pudel zu verlassen und zu staunen, was er alles zustande bringt. Die Achtung vor dem Hund steigt einmal mehr, wenn man solche Leistung erkennen kann.

Spass-Sport

In dieser Sparte Hundesport geht es um eine Disziplin, die eine Form von Breitensport werden soll. Hundeführer/in und Hund sollen zusammen eine Anzahl Übungen gut meistern.

Es geht um die Führigkeit des Hundes und um das gemeinsame Bewältigen von Aufgaben.

 

Military

Beim Military wird quasi ein Geländelauf (gemütlich) absolviert. Unterwegs finden sich immer wieder neue Aufgaben, unerwartete Herausforderungen, kreative Spiele ... und jede Aufgabe wird bepunktet.

In dieser Sportart kann gut erkannt werden, welche Mensch-Hunde-Teams gut miteinander neue und unbekannte Herausforderungen lösen können, wie sie harmonieren und kooperieren.

Rally Obedience

Das Hund-Mensch-Team absolviert möglichst zügig und fehlerlos einen vorgegebenen Parcours aus ca. 20 Übungen an unterschiedlichen Stationen. Dabei werden auch Gehorsams-Übungen eingebaut, abrufen, Sprünge, und grundsätzlich können die verschiedensten Aufgaben gestellt werden, so dass nie Langeweile aufkommt.

Diabetiker-Hunde

zeigen an, wenn die Blutzuckerwerte zu tief oder zu hoh sind und helfen so, dass es keinen Zusammenbruch des Menschen mehr geben soll.

Diabetiker-Hunde sind eine besondere Form von Assistenz-Hunden, mit einer sehr speziellen Ausbildung.

Canin-Cross

ist eine Sportart für Kinder und Jugendliche zwischen 10-20 Jahren. Es wird ein Lauf mit angeleintem Hund absolviert und dabei werden 10-13 natürliche und künstliche Hindernisse bewältigt.

Die Laufstrecke misst zwischen 3-4 km. Hindernissfehler werden in Zeitstrafen umgerechnet.

Es gibt Ausscheidungskämpfe und eine Schweizer Meisterschaft. Siehe www.canincross.ch und www.swiss-canincross.ch und www.canincross-hitnau.ch


Agility

Agility ist vor allem bei den kleinen Pudeln ein Renner. Auch grosse Pudel lieben diesen Sport. Es gilt zu beachten, dass dabei das Skelett nicht zu grossen Schaden nimmt. Die Belastung ist hoch, vor allem im Schulter-, Ellbogen- und Rückenbereich!

Auch Freesby-Training ist attraktiv. Allerding hier gilt genauso wie beim Agility: wenn es nicht sehr sorgfältig und körpergerecht aufgebaut und betrieben wird, dann wird der Hund zu sehr belastet (Hochleistungssport!!!) und die Über-, und Fehlbelastungen führen zu gesundheitlichen Problemen.

Drogensuche, Trüffelsuche, Krebsanzeige-Hunde, Bettwanzen-Suchhund, Wasser-Leichen-Suchhund etc. (u.a. Quelle Rosa Engler)

Der Pudel als langnasiger Hund hat sehr viele Geruchszellen mehr als kurznasige Hunde und ist damit prädestiniert für Nasenarbeit. Sei es jetzt die Anzeige von Krebs, kommenden Epilepsie-Anfällen, die Unterzuckerung bei Diabetikern oder die Drogensuche, auch die Suche von Trüffeln etc. grundsätzlich ist alles lernbar. Ich habe mal einen Welpen nach Norddeutschland gegeben, und der wurde abgerichtet, Steinpilze anzuzeigen.

Als lernfreudiger Hund, der gerne Verantwortung übernimmt, gibt es in dieser Hinsicht kaum Grenzen. D. h. es gibt grundsätzlich keine Aufgabe, die der Pudel nicht lernen könnte.

Selbstverständlich muss beachtet werden, dass für solche Aufgaben auch ein Welpe ausgesucht wird, der seine Nase mit Freuden einsetzt und über einen gewissen "Working-Sense" verfügt.

Dogdance, Trickdog, Zirzensiensisches, Zirkus etc.

Der Pudel ist aufgrund seiner Intelligenz und Gelehrigkeit prädestiniert fürs Erlernen von lustigen Kunststücken. Er liebt Abwechslung und schätzt es, wenn man mit ihm etwas unternimmt, sich mit ihm beschäftigt. Hauptsache sein gutes Gehirn wird gefordert. Der Pudel braucht Kopfarbeit, um glücklich zu sein. Es müssen nicht immer Zirkusnummern sein, aber auch diese machen ihm Spass.

 

Hütehund, Schafe hüten und treiben

In Amerika werden Pudel auch für die Arbeit am Schaf eingesetzt. Hierzulande ist dies weniger Usanz. Wir haben mit Grace einmal ein Training absolviert, und sie war sehr begabt für diese Arbeit. Es hat unheimlich Spass gemacht. Leider hat ihre Besitzerin dieses Training aber nicht weiter geführt.


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Wasserarbeitshund, Wasserrettungshund

Der Pudel gehört zu den europäischen Wasserhunden, wurde ursprünglich für die Enten- und Fasanjagd eingesetzt. Der Pudel hat auch immer noch seine Schwimmhäute zwischen den Zehen, die ihn als Wasserhund ausweisen.

Nicht alle Pudel sind gleichermassen begeistert zu schwimmen. Wenn man es mit ihnen aber rechtzeitig trainiert, dann kann sich der Pudel gut in seinem ursprünglichen Element anstellen.

Aus der Zeit der Wasserarbeit stammt auch die Arbeitsschur, dichte Haare um den Körper und freie Beine, um besser schwimmen zu können.

Auf dem Bild links ist eine Wasserrettung eines Kindes durch einen Pudel klar zu erkennen.