Pudelpflege Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Das Pudelfell
Das Pudelfell ist wollig (in Amerika kennt man auch den Seiden-pudel, silky) und mehr oder weniger stark gekraust. Silberpudel haben manchmal ein weniger dichtes Fell (in unserer Linie ist silky drin, d. h. das Fell ist etwas feiner und seidiger). In letzter Zeit hat man bei Silberpudeln ab und an weisse Pudel eingekreuzt. Dies hat Auswirkungen aufs Wesen (etwas mehr Temperament) und auf die Fellqualität (etwas mehr Dichte).

Über die Ernährung (z. B. Biotin) kann die Fellqualität auch be-einflusst werden. Regelmässige Vergabe von Ölen (Lachsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Leinöl etc.: unsere Hundis bekommen täglich einen Löffel von einem wertvollen Öl ins Futter) und massvolle Biotin-Substitution verschönert die Haarqualität. 


Verfilzung
Die Schönheit ist aber weniger wichtig als die Gesundheit. Und hier müssen wir darauf hinweisen, dass mangelnde Fellpflege schnell eine Verfilzung zur Folge hat (meist beginnt es in den Achselhöhlen und hinter den Ohren). Verfilzungen auszubürsten kann Schmerzen erzeugen.

Wenn man Verfilzungen lässt, beginnt es zu jucken, Fremdkörper verfangen sich drin, und lokale Hautirritationen sind die Folge. Wenn zu lange zugewartet wird, bleibt nur noch eine Radikalschur. Ein Pudel braucht also dringend eine regelmässige Pflege seines Fells, und die Zeit muss dafür investiert werden.
Die Hundecoiffeuse

Schäfchenschur
Selbstverständlich kann man einen Pudel auch kurz scheren, und sich damit in Sachen Fellpflege entlasten. Im Sommer, vor allem wenn die Hundis oft baden gehen, tun wir das immer mal wieder. Allerdings im Winter sind wir da sehr zurück haltend. Das Pudelfell haart nicht, weil es eben keine Unterwolle hat. Wenn Pudel im Winter sehr kurz geschoren werden, muss gut darauf geachtet werden, dass sie sich nicht unterkühlen, z. B. wenn sie in der Hundeschule warten und müssen o. ä.

Öfters scheren wir jedoch die Beine im Winter kürzer, dann klebt der Schnee und der Schmutz weniger dran und die Hunde trocknen schneller. Im Nassschnee (das sind ja zum Glück nur wenige Tage im Jahr) kann es schon passieren, dass der Schnee an den Beinen klumpt. Da hilft Vaseline oder ein anderes Fett einreiben, oder ein Overall oder Stulpen. Oder Traubenkernenöl 1:10 verdünnt fein auf die Beinhaare einsprayen und kurz einmassieren.

Nasse Pudel
Bei Pferden gilt die Grenztemperatur 25° Celsius, d. h. wenn die Lufttemperatur mind. 25° beträgt, ist ein nasses Fell kein Problem. Darunter muss der Mensch Acht geben, dass sich das Tier nicht erkältet. Bei Pudeln halten wir es ähnlich. Im Sommer föhnen wir die Pudel nur, wenn wir damit die Haare schön gerade bürsten wollen. Sonst frottieren wir sie mit einem Trockentuch und lassen sie dann trocknen und bürsten danach aus Bei Temperaturen unter 25° frottieren und föhnen wir oder wir frottieren und sorgen sonst dafür, dass die Hundis genügend Wärme bekommen (wie z. B. nach dem Regenspaziergang).


Nasse Welpen
Welpen können ihre eigene Temperatur noch nicht richtig ausgleichen. D. h. ein Welpe und Junghund (bis 1.5-jährig) muss unbedingt trocken geföhnt oder anderswie warm gehalten werden, damit er sich nicht erkältet. Unsere Hundis lieben diese Faserpelzdecken und bleiben ganz schön drunter liegen. Allerdings geht das auch nur bei genügender Raumtemperatur (mind. 21° ) und nicht etwa draussen im Hundehaus. Ein nasser Hund gehört in den Raum zum Trocknen und darf auch nicht der Zugluft ausgesetzt werden.





Pudelwäsche
Etwa alle 6-8 Wochen empfiehlt sich eine Pudelwäsche. Je nach Fellverschmutzung ist das Intervall mal kürzer, jedoch sollte ein Hund nicht dauernd (z. B. wöchentlich) shampooniert werden, weil sonst seine Haut die natürliche Wasserabwehr und Eigenfettung verlieren kann.

Im Winter warte ich mit der Pudelwäsche, bis sie wirklich nötig ist, d. h. ich warte durchaus 2 Monate, beobachte aber das Haar genau und achte auf gute Kämmung.

Selbstverständlich werden Ausstellungshunde häufiger geba-det. Dann wird das Fell für die Ausstellung leichter kämmbar und hält in der Schur besser.

  1. Pudel duschen (handwarm)
  2. Pudel shampoonieren
  3. Shampoo gut ausspülen
  4. Evtl. Conditioner einwirken lassen und gut ausspülen
  5. Pudel trocken reiben (Mikrofasertuch und dann Frottetuch, Achtung fünfte Zehe an den Vorderbeinen!)
  6. Pudel föhnen und gleichzeitig ausbürsten (= aufföhnen)

Fusspflege: Schwimmhäute sauber halten!
Was aber viel wichtiger ist als den ganzen Hund zu shampoo-nieren ist die Pflege der Füsse und Schwimmhäute. Diese sollten nach jedem Spaziergang kontrolliert und von Fremd-körpern befreit werden. Im Winter ist es zudem wichtig, die Schwimmhäute vom Salz frei zu duschen. Also beim Heinkommen am besten Füsse unter der Dusche reinigen.

Ich empfehle auch, die Haare an den Schwimmhäuten kurz zu scheren (mindestens von unten), damit Schmutz und Fremdkörper nicht leicht hängen bleiben. Wenn die Fusspflege vernachlässigt wird, gibt es Entzündungen, die langwierig sein können.

Ich habe in der Waschküche einen Brausenschlauch montiert und wenn wir vom Spaziergang nach Hause kommen, spa-zieren wir durch die Garage in die Waschküche, und die Hundis stehen da schon von selbst hin und halten ihre Pfoten auf für die Fussdusche.


Ohrenpflege
In Pudels Ohren wachsen wie bei allen Wasserhunden Haare. Züchter/innen und Tierärzte sind sich weitgehend einig, was mit diesen geschehen soll. Lässt man sie nämlich einfach wachsen/wuchern, dann gibts meistens früher oder später eine Ohrenentzündung. Hat ein Hund mal eine Ohrenent-zündung erlebt, bleibt bei den einen eine Anfälligkeit zurück. Manche Pudelhalter doktoren dann lange Zeit, bis ihre Hunde wieder ein schmerzfreies Leben haben.

Haare herausschneiden genügt nicht, weil diese viel zu weit unten angewachsen sind und die Verletzungsgefahr zu gross wäre. Am besten rupfen Sie alle 2 Tage je einen ganz kleinen Büschel von Hand (mit 2 Fingerspitzen) aus, so dass gar nie viel nachwachsen kann.

Und dann, jeweils 1x pro Monat gibts Ohrenkontrolle. Mit einer Spezialzange können die restlichen Haare herausgezupft werden. Achtung, nur kleine Büschel, sonst wird die Ohrhaut verletzt (was manchmal bei Hundecoiffeusen auch ge-schieht), und dann haben wir wieder das Problem der Ohren-entzündung, und ein zweites, dass der Hund nicht mehr ruhig hinhalten will, weil er Angst vor Schmerzen hat. Sorgfalt und Ruhe sind also angesagt.

Ich lerne dem Junghund, dass er sich auf dem Boden oder auf dem Frisiertisch hinlegt ("päng") und mich ruhig an seinen Ohren arbeiten lässt. Und dabei achte ich darauf, dass das nur kurze Momente sind, die den Hund nicht überfordern. Selbstverständlich gibts dann viel Lob und ein Gutis.


Pudelschur selbst gemacht
Ja, das kann man lernen. Wenn Sie vor haben, mit Ihrem Pudel an Ausstellungen zu gehen, dann lassen Sie besser die Finger davon und bringen Ihren Hund in den Hundesalon.

Wenn Sie Ihren Hund aber lieber selber pflegen und auch mal in Kauf nehmen, dass nicht alles ganz perfekt ist, dann kann man gut lernen, auch die Schur selber vorzunehmen.

Wichtig ist, dass nur ein gebadeter, geföhnter und gebürsteter Hund geschoren wird. Einerseits schonen Sie damit Ihre Schneidewerkzeuge und andererseits wird der Erfolg grösser sein, dass die Schur auch tatsächlich gut aussieht.

Kamm und Bürste
Als der Pudel noch ein Wasserarbeitshund war, machte es durchaus Sinn, dass sein Fell verfilzte. So konnten sich kleine Luftbläschen einschliessen, die sowohl einen Auftrieb im Was-ser als auch einen Wärmeausgleich schafften, quasi also ein natürlicher Neopren-Anzug.

Heute lebt der Pudel ja im Haus bei den Menschen. Erstens braucht er den Filz nicht mehr, und zweitens bringt dieser Nachteile mit sich, wie etwa einen üblen Geruch, Parasiten, Juckreiz und einen Schmutzfänger. Deshalb tut man heute alles dafür, dass kein Filz entsteht. Und dazu gehören das regelmässige (3x pro Woche) bürsten und kämmen (1x pro Woche).




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