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Eigentlich ist der Pudel ein Hund ... und deshalb finden sich hier viele Ausführungen allgemeiner Art aber auch pudelspezifische Tipps.

Beginnen wir mit Letzterem: Der Pudel will Abwechslung auf dem Menue-Plan. So wie sich der Pudel schnell langweilt, wenn ihm zu wenig Herausforderung oder Kopfarbeit geboten wird, so reagiert er oft mit Fress-Unlust, wenn der Speiseplan zu eintönig ist.


Veweigerung von Trockenfutter

Es gibt aber noch einen andern Grund für die Verweigerung von Trockenfutter.

Man hat heraus gefunden, dass nach der Öffnung eines TroFu-Sackes schon nach ca 2-4 Wochen Futter-Milben (nicht sichtbar) oder/und Schimmelpilze (sehr lange nicht sichtbar) zu wachsen beginnen.

Und sehr sensible Hunde reagieren darauf, die einen mit Allergien und/oder Durchfall, dünnen Kot o. ä.  (meine nicht), die andern mit Fress-Unlust (meine ja).

siehe auch http://www.tierklinik.de/ratgeber/ernaehrung/krank-durch-futter/verdorbene-futtermittel-schadstoffe-und-toxine

Handling mit Trockenfutter

Von daher rate ich ab sofort dazu, Futtersäcke von max. 5 kg zu kaufen, diese sofort in einen lebensmitteltauglichen und gut verschliessbaren Behälter umzufüllen und kühl (unter 22 Grad!) und trocken zu lagern. Z. B. Waschboxen (und viele andere Kunststoffbehälter) scheiden Weichmacher aus, was die Gesundheit gefärdet. Zudem, bei der Tiernahrung ist die Toleranz diesbezüglich zu gross, d. h. für Tiere zugelassene Behältnisse erfordern oft nicht die Anforderungen für Lebensmittel-Gebinde.

Ich nehme deshalb immer Behältnisse, welche für Lebensmittel zugelassen sind! Ganz wichtig ist auch, dass die Tonnen, Behältnisse etc. nach jeder verbrauchten Packung Trockenfutter gründlich und heiss gereinigt werden. Wenn möglich lasse ich das Trockenfutter im Sack und stelle es mitsamt Sack in die Tonne.

Für die Fütterung und das Trinkwasser nehme ich unzerbrechliche Salatschüsseln oder Gebinde für die Mikrowelle oder metallene Gefässe aus dem Hundebedarf. Allerdings, wenn Sie z. B. Homöopatika ins Trinkwasser geben, dann darf das Gefäss nicht metallisch sein, und auch Schüsseler Salze verlieren ihre Wirksamkeit in solchen, v. a. bei Kontakt mit Metall.

Das gilt übrigens auch für Spielzeuge. Ich nehme immer Plüschtiere für Kinder, weil die weniger Schadstoffe abgeben als Plüschtiere für Tiere, da fehlt offensichtlich die entsprechende Kontrolle in Sachen enthaltene Giftstoffe.

Zusätzliche Tipps zum Trockenfutter

Eine Kollegin mit einem sensiblen Hund hat die Portionen Trockenfutter gefroren, und frisch aufgetaut hat der Pudel alles gefressen, nicht aber Trockenfutter, welches mehr als 14 Tage geöffnet war!

Das empfiehlt auch Marion Anderegg: Bei Verdacht auf Futermilbenprobleme, sofort die ganze Packung Trockenfutter bei der Öffnung in Einzelrationen abpacken und diese genauso tief gefrieren, wie alle Leckerlis. Im schlechtesten Fall überleben die Eier der Futtermilben trotzdem 3 Wochen bei minus 10 Grad!

Ich empfehle auch immer mal wieder das Produkt zu wechseln, wenn man merkt, dass der Pudel nach einer Abwechslung fragt. Ich mache dabei diese Umstellungs-%-Beigaben nicht. Meine eigenen Hundis produzieren alle Magen-Fermente und können sofort ein neues Futter verdauen, das muss nicht eingeschlichen werden. Wenn man mit 1-5 kg-Futtersäcken arbeitet, dann hat sich der Magen auch nicht zu sehr auf ein einziges Futter eingestellt.

Allerdings bedarf dies, dass der Menueplan auch so gestaltet wird, dass alle Enzyme genutzt werden. Sonst nämlich bauen sich diese ab und der Hund wird je länger je weniger anderes Futter verdauen können.

Zum Thema "Alleinfuttermittel"

Konkret heisst dies: Wenn ein Hersteller ein Trockenfutter als "Alleinfuttermittel" deklariert, dann sollte es alles enthalten, was der Hund (zum Überleben) braucht. Implizit ist in dieser Botschaft auch enthalten, dass keine andern Futter oder Beigaben gegeben werden sollen. Nun, da haben wir ein paar mögliche Probleme:

Wenn Leute einfach zufüttern, was sie gerade das Gefühl haben, dann kann es zu einer Fehlernährung (Mängel oder Überschüsse an Kalzium, Vitaminen, Spurenelementen etc.) kommen, und dies hat eine Beeinträchtigung der Gesundheit zu Folge. Heikel dabei ist, dass der Hund über lange Zeit gesund erscheint, im Körper drin aber sich etwas Gefährliches aufbauen kann (z. B. Calcioplasten, Knochenabbau, Leberschädigung ...).

Manche Hunde werden auch einfach zu fett, wenn sie zu oft Kauartikel und Guties bekommen.

Beim Welpen auf dem Bild ist möglicherweise ein Problem im Skelettbau zu erkennen, es kommt darauf an, ob er das rechte Vorderbein immer oder nur ausnahmsweise so auskehrt und sich immer so scheps hinsetzt. Wenn er einfach nur mal sehr müde ist, und sich mal so hinsetzt, dann besteht kein Problem. Wenn er aber immer so seitlich sitzt und das Vorderbein auskehrt, dann könnte es sein, dass sich da etwas Ungutes im Skelettbau anbahnt.

Kau-Artikel

Viele Kauprodukte aus dem Tiermarkt sind fragwürdig in Bezug auf deren Herkunft genauso wie in Bezug auf die Inhaltsstoffe, geschweige denn auf den Ernährungsgehalt. Leider gibt hier die Gesetzgebung keine ausreichende Grundlage, dass man in jedem Fall wüsste, woher das Produkt kommt oder wie die Analysewerte/Inhaltsstoffe sind.

Die Optik oder auch der günstige Preis verleiten die Tierbesitzer gerne dazu, etwas zu kaufen, was von der Qualität her minderwertig oder sogar schädlich ist und/oder auch in der Verarbeitung mit Substanzen behandelt, welche wir nicht auf dem Speiseplan unserer Hunde soehen möchten.

Zudem in den ersten 1.5 Lebensjahren ist der Zahnschmelz noch zu weich für viele dieser ganz harten Kauprodukte (z. B. Ziemer, Hirschgeweih etc.), er kann so "weggerieben" werden und der Zahn kann sich zurückbauen oder an Anfälligkeit zu nehmen.

Beim Pudel kann es zudem dazu führen, wenn er in dieser Knochenaufbauphase zu oft zu harte Kauartikel bekommt, dass sein Schädel breiter wird.

Links ein Bild von Folgen einer Fehlernährung.


Harte Kau-Artikel und der Tränen-Kanal

V. a. bei weissen Pudeln mit Tränenkanalproblemen verschlimmert es das Problem, wenn Hartes gekaut wird. Der Kaudruck überträgt sich auf den Tränenkanal und drückt die Flüssigkeit vermehrt hinaus.

Die Banane enthält u. a. Magnesium und Serotonin und man sagt ihr nach, dass sie das Nervenkostüm stärkt.

Bitte dabei nicht vergessen: Die Banane ist auch ein Kalorienbomber und hat z. B. etwa doppelt so viele Kalorien wir Brombeeren.





Sinnvolle Kau-Artikel

Ich füttere keine industriellen Kau-Mix-Produkte, sondern nur getrocknete Teile, die direkt vom Tier kommen. Zudem will ich sicher sein, dass diese nicht aus China, Indien oder sonst einem Land importiert werden, ...

- welche keine Tierschutzgesetze haben
- wo man nicht weiss, womit die Tiere gefüttert wurden
- womit die Produkte behandelt wurden

Siehe hierzu: http://www.vet-magazin.com/wissenschaft/kleintiermedizin/hundemedizin/Chinesische-Trockenfleischsnacks-Nierenfunktionsstoerungen.html

Bei Junghunden Pansen, Schlesinger, getrocknetes Rindfleisch, getrocknetes Pouletfleisch, Hasenohren, Kalbsohren aber auch ab und zu ein hartes Brot (die meisten allergischen Hunde haben keine Weizen-Allergie sondern eine Allergie auf Futter-Milben und Schimmelpilz auf dem Trockenfutter, siehe oben).

Bei einem ausgewachsenen Hund dürfen auch rohe (!) Pouletknochen, Kalbsbrustbein, Trutenhälse, Pouletrücken etc. gefüttert werden, also Huhn und Kalb, aber immer nur rohe Knochen, nie gekocht (unverdaulich und splittern) und immer nur Stücke, die auch gekaut werden können. Verzichtet auf Markbeine, die führen zu vielen Unfällen. Ich musste schon 2x zum Tierarzt, weil ein Hundesitter Markbeine zum Knabbern gegeben hatte!

Link zu den Markbeinen, was alles passieren kann: http://www.tierarztbiglen.ch/kleintiere/katzen-und-hunde/allgemeine-chirurgie

Produktion von Enzymen und Fermenten

Zudem kennt man das Phänomen beim Menschen: Ein Kind trinkt Milch und verträgt diese bestens. Irgendwann hört es auf, Milch zu trinken. Und nach etwa 1.5-2 Jahren entschliesst sich der Magen, die Milchverdauungsfermente nicht mehr zu produzieren.

Beim Hund ist es so, mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit uir Aufspaltung von Milchzucker ab und die meisten Hunde können dann nur noch etwa 20ml Milch pro kg Körpermasse pro Tag verarbeiten. Dies kann man sich dann zu Hilfe holen, wenn der Hund verstopft ist.

Wenn dann das inzwischen älter gewordene Kind oder der Erwachsene plötzlich wieder Milch trinkt, hat der Magen Mühe mit dem "fremden" Stoff und reagiert mit Durchfall oder Magenschmerzen o. a.


Futter-Abhängigkeiten provozieren

Beim Hund ist dies gleich. Wenn ich einen Hund über lange Zeit immer nur mit dem gleichen Futter ernähre, dann irgendwann schafft er die Futterumstellung nicht mehr. Und die Leute sagen: "Er verträgt halt nur dieses Futter".

Deshalb lernen meine Welpen sowohl Trockenfutter als auch Frischfleisch zu verdauen, sie kriegen auch mal eine Frucht (z. B. Apfel, Aprikose, Banane), ab und zu Cottage Cheese, Kartoffeln, Karotten, Randen ... und sind so dann möglichst gut gerüstet für alle Fälle.

In der Aufbauphase eines Welpen, da wo die Calcium-Phosphor-Versorgung so heikel ist, würde ich mich nie getrauen, nur zu barfen. Ich muss mich da auch auf ein gutes Welpen-Trockenfutter verlassen können, welches auch im Mikrobereich auf eine passende Nährstoffzufuhr abgestimmt ist.


Puppy- und Junior-Futter im 1. Lebensjahr

Das heisst, meine Welpen und Junghunde, welche bei mir aufwachsen, kriegen im 1. Lebensjahr ein gutes Puppy- dann ein gutes Junior-Futter und aber auch regelmässig Frischfleisch (mit Gemüse, Früchten, Flocken ...), hin und wieder eine Büchse Terra Canis.

Aus heutiger Sicht muss man sich auch keine Gedanken mehr machen, wenn man Trockenfutter mit Nassfutter, sei es Büchse oder Frischfleisch mischt. Nur bei Hunden bestehenden Verdauungsproblemen kann man versuchen, mit Trennkost-Ideen, also einmal nass, das andere Mal trocken füttern die Verdaulichkeit zu erhöhen. Aber allein diese Aufsplittung genügt meistens nicht, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Verdaulichkeit von Nass- und Trockenfutter erhalten

Meine eigenen erwachsenen Hunde müssen auch alles (Gute) verdauen können. Ich behalte also die Fähigkeit, Trockenfutter zu verdauen bei, d. h. die Hundis kriegen 1x pro Tag eine Ration Trockenfutter, am besten am Abend, da das Trockenfutter sehr schwer verdaulich ist. Verdaulichkeit von Trockenfutter kann erhöht werden, wenn es mit warmem Wasser übergossen wird. Es gibt auch Hunde, die vertragen am Abend keine Kohlenhydrate. Wir müssen unsere Hunde auch einfach gut beobachten und individuell entscheiden.

Und die Nassfutter-Mahlzeit besser am Morgen. Dies beugt auch der Magendrehung vor.

Die Ernährungsberaterin rät von ganzen rohen Eiern ab, weil im Eiktar Trypsinhemmstoffe enthalten sind und die beeinträchtigen die Proteinverdauung. Zudem enthält das Eiktar Avidin und dies bindet das Biotin. Also, falls roh verfüttert, nur den gelben Eidotter und die Schale. Mit dem Eiweiss und Kokosflocken (ohne Zuckerzugabe) macht Frau kleine Makrönchen und diese werden dann als Guties eingesetzt.

Und eben: Abwechslung tut gut!

ABER:

Wer barfen will, lasse sich beraten!

Es braucht ein Konzept, und eine Menge Grundwissen, damit der Hund die richtige und altersentsprechende Versorgung mit Proteinen, Aminosäuren, Vitaminen, Mengen und Spurenelementen bekommt!

Hier die Kontakt-Daten einer Ernährungsberaterin (Kollegin):

Marion Anderegg Schweizer

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