Zum Pudel (FCI Standard 172) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Der Grosspudel ist ein eleganter, sportlicher und äusserst unkomplizierter Hund. Er eignet sich als Familienhund genauso wie als Sporthund, Rettungshund oder Blindenführhund, da die Rasse als Arbeitshund entstanden ist.

Der Pudel würde eigentlich von der Verwandtschaft her zu den Wasserhunden (FCI Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde) gehören (war früher auch da eingeteilt), wurde aber aufgrund der Beliebtheit als Gesellschaftshund der Gruppe 9 (FCI 9: Gesellschafts- und Begleithunde) umgeteilt. Das gibt manchmal ein bisschen Verwirrung. Auf English heisst der Grosspudel nämlich immer noch "Standard Waterdog".

Sein Französischer Name "Caniche" verrät auch weshalb: "Caniche" kommt von "Canard" (Ente). Der Pudel wurde früher in Frankreich/Europe im Landesinnern (in den Binnengewässern) für die Entenjagd eingesetzt. Die andern Wasserhunde (Lagotto Romagnolo, Perro de Agua Espagnol, Portugiesischer Wasserhund, Barbet, Friesischer Wasserhund, Irish Water Spaniel, American Water Spaniel) arbeiteten teilweise im Meer selbst oder dann auch im Süsswasser. Der Rasse-Name "Pudel" kommt von buddeln, und meint in Pfützen aktiv sein, und zeigt, dass das Wasser des Pudels Element ist. Wesensmässig ist der Pudel seinen Verwandten sehr nahe. Aufgrund seiner dem Menschen sehr zugetanen Wesensart gilt der Pudel als tendenziell etwas einfacher zu halten, da sein Arbeitstrieb gut in verschiedene Richtungen gelenkt werden kann.


Eine der ältesten Hunderassen

Die älteste der Wasserhunderassen ist der Portugiesische Wasserhund (Cao d Agua Portuguais), auf ihn lassen sich die meisten Wasserhunde zurück führen, auch der Pudel. Vor vielen hundert Jahren hat man Windhunde eingekreuzt. Deshalb ist der Pudel auch so sportlich und bewegungsfreudig. Soviel zur Herkunft.

Der Pudel ist also eine der ältesten Hunde-Rassen (man sagt, viel näher dem Wolf als andere Rassen und zwar sowohl genetisch als auch verhaltensmässig) und zum Glück wurde der Pudel (und vor allem der Grosspudel) nicht überzüchtet. Deshalb gilt der Grosspudel heute noch als robust und gesund mit einer langen Lebenserwartung.

Grosspudel sind intelligente, lebhafte und temperamentvolle Hunde, sie sind neugierig, zu allerlei Schabernack aufgelegt und interessieren sich für alles, was da kreucht und fleugt, sie graben gerne nach Mäusen und neigen auch zum Jagen. Da sie jedoch leicht zu erziehen sind, kann diese nicht erwünschte Neigung recht leicht unterbunden bzw. in andere Bahnen gelenkt werden. Pudel sind spielfreudig bis ins hohe Alter. Sie apportieren gerne und sind auch für den Hundesport, insbesondere als Begleithund oder für Agility bestens geeignet. Der Grosspudel ist ein Spassvogel mit Charakter und kein Roboter! Kadavergehorsam liegt ihm nicht, der Pudel will mitdenken und hat immer auch einen Rest Eigenständigkeit. Da er aber im Wesen unbeschreiblich lieb ist, wird dies kaum zum Problem.


Temperament und Sensibilität

Pudelhalter kennen diese Kombination von Temperament und Sensibilität. Für feinfühlige Menschen ist es etwas vom Schönsten, eine ganz besondere Beziehung zum Pudel zu pflegen, die auf gegenseitigem Respekt, Kooperation aber auch Akzeptanz von Bedürfnissen beruht. Der Pudel ist ein Teamplayer, nicht ein Befehlsempfänger (auch wenn er selbstverständlich grundsätzlich gehorchen soll). Allerdings möchte ich hier auch anmerken, dass in gewissen Hundeschulen der Ton so scharf und die Einwirkung so stark ist, dass es vielleicht einem noch Schäfer recht bekommt, der Pudel daran aber leidet und Schaden nähme.


Rassemerkmale

Die Widerristhöhe beträgt gemäss Standard 45 bis 60 cm; erwünscht ist bei Hündinnen eine Widerristhöhe um die 55 cm (+/- 2cm), bei Rüden um die 60 cm (+/- 2cm). Pudel sind - ihrer Grösse entsprechend - eher leichtgewichtige Hunde. Eine Hündin um die 55 cm wiegt ca. 18 Kilos, eine Rüde um die 60 cm ca. 24 Kilos.

Als schön gilt ein Pudel, der im Quadrat gebaut ist. Das ist nicht nur ästhetisch ein Vorteil, man weiss auch, dass Tiere im Quadratbau in der Regel eine bessere gesundheitliche Ausgangslage in Sachen Skelett, Gelenke und Belastung haben. Das erklärt unter anderem, dass Pudel auch im Alter meist noch jugendlich wirken und den Rücken gerade, stark und sportlich tragen können. Der Grosspudel hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12-15 Jahren, was sonst bei Grosshunden selten ist.


Pudelgrössen

Klein- oder Mittelpudel 35 - 44 cm, 7 - 12 kg

Zwergpudel 28 - 34 cm, 3.5 - 6 kg

Toypudel 25 - 28 cm, 2 - 3 kg

Grosspudel 45 - 60 cm (+2 cm Toleranz); 18 - 25 kg

Wesensart

Dank seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe, seinem hervorragenden Auffassungs- und Kombinationsvermögen und seiner hohen Intelligenz ist der Grosspudel für vielerlei Aufgaben zu begeistern.

So hat unsere Zuchtstätte seit 1990  immer wieder Welpen an Blindenführhundeschulen gegeben. El Zorro (E-Wurf) und Ghandi (G-Wurf) sind in der Schweiz, Giacomo (G-Wurf) in Deutschland.  Auch in Sachen Fell eignet sich der Pudel ausgezeichnet als Therapie- oder Blindenführhund. Er verliert keine Haare, "stinkt" nicht und gilt als nicht-allergen.


Wasser - Element

Viele Grosspudel sind auch heute noch leidenschaftliche Schwimmer oder zumindest plantschen sie gerne im Wasser herum. Und hier muss nun erwähnt werden, dass der Grosspudel eine zeit- und arbeitsintensive, bzw. kostspielige Fellpflege beansprucht. Tägliches Bürsten, wöchentliches Kämmen und alle 8 Wochen baden und scheren sind ein Muss. Die grossen Vorteile: keine Haare auf Teppichen, im Auto, auf der schwarzen oder weissen Hose oder sonst wo und kein Hundegeruch.
Siehe Tipps zur Pudelpflege


Sozialer Hund

Man kann immer wieder beobachten, wie sich Wasserhunde einander Spielsachen bringen und sich so zum gemeinsamen Spiel auffordern. Keiner unserer Hunde verteidigt ein Spielzeug. Spannender für alle ist das gemeinsame Spiel.

Der Pudel ist ein sehr sozialer Hund und versteht sich gut mit Artgenossen und auch mit andern Tieren. Unser Djambo achtet z. B. in Hundegruppen darauf, ob alle fair miteinander umgehen. Wenn ein anderer Hund Druck zu einem Schwächeren macht, geht er dazwischen und verschafft dem Unterlegenen Luft, alles ohne Aggression. Wenn auf dem Spaziergang ein angrifflustiger Rüde kreuzt, dann signalisiert er: "Kein Bock auf Lämpen!" Bis jetzt ist dann jeder andere Rüde abgezottelt.